Bremen (dpa) l Baumwoll-Bekleidung steht beim Verbraucher nach wie vor hoch im Kurs. "Die Faser ist beliebt vor allem bei Freizeitkleidung", sagt der Präsident der Bremer Baumwollbörse, Fritz A. Grobien. Allerdings gehen nach seinen Angaben nur 30 bis 35 Prozent des Baumwollverbrauchs in die Bekleidung, 25 Prozent wird für Heimtextilien und der größte Teil für technische Textilien, beispielsweise Geldscheine, verwendet.

Der Stoff, aus dem Textilien und auch Geldscheine gemacht sind

Für 2013/2014 wird die weltweite Produktion auf 25,75 Tonnen geschätzt. Der Rohstoff wird sieben Tage die Woche 24 Stunden gehandelt. Die Kurse am Terminmarkt seien relativ stabil, sagt Grobien. Der Preis liege für durchschnittliche Qualitäten pro 450 Gramm zwischen 66 und 73 Cent. Vor vier Jahren war der Preis auf Rekordhöhe geschnellt (1,16 Euro).

Die weltweite Anbaufläche beträgt seit Jahrzehnten rund 30 Millionen Hektar. Weltweit leben nach Angaben Grobiens rund 250 Millionen Menschen vom Baumwollanbau. Größter Produzent und zugleich größter Importeur ist China. "40 Prozent des Weltbaumwoll-Verbrauchs ist in China", sagt Grobien.

Das Land verfüge zudem über einen großen Lagerbestand, weil in den vergangenen Jahren die Überhänge aufgekauft und so dem Markt entzogen worden seien. Das habe zur Preisstabilität beigetragen.

Dagegen steigen die Produktionskosten weiter und schmälern die Erträge der Farmer. "Der teuerste Faktor ist die Chemie für den Anbau wie Pestizide und Herbizide sowie Düngemittel und auch genmodifiziertes Saatgut", berichtet Grobien. Diese Kostensteigerungen ließen sich nur über Ertragssteigerungen kompensieren. In der Wissenschaft werde deshalb an trockenheitsresistenten sowie an schädlingsresistenten Sorten geforscht. "Diese Techniken seien aber noch nicht zur Marktreife gelangt."

Baumwollbranche zählt zu den ältesten der Welt

Die Baumwollbörse ist von Mittwoch bis Freitag Gastgeber der 32. Internationalen Baumwoll-Tagung mit mehr als 500 Teilnehmern aus 40 Ländern. Im Fokus steht in diesem Jahr die Bekleidungsindustrie. Insgesamt gehe es um Austausch und Diskussion, was verbessert werden könne, sagt Grobien.

Menschenrechtsorganisationen wie ECCHR (European Center for Constitutional and Human Rights) haben angekündigt, am Mittwoch vor dem Rathaus gegen Arbeitsbedingungen auf den Baumwollfeldern und in den Verarbeitungsfabriken zu protestieren.