Frankfurt/Main (dpa) l Mit dem härtesten Streik der Unternehmensgeschichte haben die Piloten den Betrieb der Lufthansa weitgehend lahmgelegt. Der am Mittwoch begonnene Ausstand der rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten war an allen deutschen Flughäfen spürbar und sollte bis Freitag andauern.

Lufthansa hat für diese Zeit rund 3800 Flüge mit 425.000 Passagieren abgesagt und konnte zunächst nur vereinzelte Flüge starten. In den Terminals der Drehkreuze Frankfurt und München wie auch an anderen Flughäfen herrschte kaum Betrieb, weil die meisten Passagiere rechtzeitig informiert worden waren. In Leipzig/Halle sollten acht Flüge von und nach Stuttgart, München und Frankfurt/Main ausfallen.

Allein am Drehkreuz Frankfurt seien 43 Maschinen am Boden geblieben. Im Ausland seien 112 Flieger nicht gestartet.

Lufthansa kann für die Streiktage nur etwa 500 Verbindungen mit Jets nicht bestreikter Tochterfirmen anbieten. Diese fänden wie geplant statt. Zwischen 80 und 100 freiwillige Piloten seien zudem bei der Lufthansa im Einsatz, sagte Knorr. Hinzu kämen einige Manager mit Pilotenschein.

Auch bei der Lufthansa-Tochter Germanwings fallen mehr als die Hälfte der 1332 geplanten Flüge aus. Der verbleibende Rest wird von der nicht bestreikten Gesellschaft Eurowings geflogen. Den wirtschaftlichen Schaden des Ausstands bezifferte der Lufthansa-Konzern bislang auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.

Das Unternehmen wie auch die Gewerkschaft Cockpit rechneten am ersten Streiktag nicht mit einer schnellen Einigung.

Anlass des Streiks sind die von der Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglichten. Die bisherige Übergangsversorgung sicherte ihnen bislang in der Regel ein Jahreseinkommen von 124.000 Euro brutto bis zur gesetzlichen Rente. Außerdem fordern die Piloten ein Gehaltsplus von 10 Prozent.

 

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