Detroit (dpa/dapd). Der Autobauer Volkswagen hat ein Spitzenjahr hinter sich. Konzern weit setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr 7,14 Millionen Autos ab. Das sind 13,5 Prozent mehr als im Vorjahr und neuer Rekord, wie Konzernchef Martin Winterkorn anlässlich der Autoshow in Detroit verkündete.

Und das Unternehmen will weiter zulegen, nicht zuletzt in den USA. Dazu hat VW eine neue Mittelklasse-Limousine für den nordamerikanischen Markt auf die Räder gestellt. Der Wagen wird weiterhin Passat heißen, ist im Vergleich zu dem in Europa angebotenen Modell aber abgespeckt in der Ausstattung und dadurch billiger.

Der Preis soll "in der 20 000- Dollar"-Preisklasse liegen, erklärte VW. Das Hauptkonkurrenzmodell, der Toyota Camry, wird ab knapp unter 20 000 Dollar angeboten. Bisher verkaufte VW in den USA eine nur leicht angepasste Variante des deutschen Passats, verlangte aber wegen der Wechselkurse dafür über 27 000 Dollar. Die hohe Preissenkung wird möglich, weil VW extra für den neuen US-Passat ein Werk im US-Bundesstaat Tennessee errichtet hat und nun im Dollarraum produzieren kann. Der Export des deutschen Passats in die USA wurde bereits gestoppt. Das neue Auto soll am Spätsommer bei den Händlern stehen.

"2011 wird ein Schlüsseljahr für Volkswagen", sagte Winterkorn. Europas Autokonzern Nummer eins will in den USA vor allem die starke asiatische Konkurrenz angreifen.

Der Volkswagen-Konzern denkt zudem über zusätzliche Aufgaben für sein neues Werk in Osnabrück nach. "Wir können uns noch mehr vorstellen, was wir dort machen könnten", sagte Winterkorn. VW hatte erst im Herbst angekündigt, dass Teile der Porsche-Produktion in das Osnabrücker Werk verlagert werden. Dort sollen mittelfristig die Porsche-Einsteigermodelle Boxster und Cayman vom Band laufen, die zurzeit noch im Porsche-Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen gebaut werden, das aber voraussichtlich zu eng wird.

Im neuen VW-Werk, das aus dem früheren Fahrzeugbauer Karmann hervorging, soll in wenigen Wochen die Produktion des Golf Cabrios anlaufen. Zunächst sollen dort 900 Menschen arbeiten. Mittelfristig soll sich die Zahl der Mitarbeiter verdoppeln. In den neuen Standort wurden nach früheren Angaben bereits mehr als 200 Millionen Euro investiert.