Hannover l Die Absatzmärkte in Asien und Südamerika gewinnen für die Maschinen- und Anlagenbauer aus Sachsen-Anhalt zunehmend an Bedeutung. 2013 haben die Firmen knapp 52 Prozent ihres Umsatzes mit Exporten ins Ausland bestritten. Zudem konnten sie ihren Umsatz insgesamt um 3,6 Prozent auf zwei Milliarden Euro steigern. "Unsere Unternehmen sind im Weltmarkt angekommen", sagte Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) bei seinem Besuch auf der Hannover Messe am Mittwoch.

Sachsen-Anhalt ist mit insgesamt 55 Ausstellern auf der Messe vertreten. Bei den meisten Firmen handelt es sich um Zulieferer im Bereich Maschinen- und Anlagenbau. Für die Branche, die in Sachsen-Anhalt rund 12000 Mitarbeiter beschäftigt, ist die Industrieschau eine der wichtigsten Bühnen, um Kontakte zu pflegen und mögliche Neukunden zu gewinnen. Das Publikum ist international, gut die Hälfte der 5000 Messe-Aussteller kommt aus 65 Ländern, viele davon aus China, Italien und der Türkei. Die Niederlande sind in diesem Jahr Partnerland der Messe.

Am Weltmarkt etabliert und auf der Messe mit eigenem Stand vertreten ist etwa die Firma AEM aus Dessau. Das Unternehmen stellt mit 230 Beschäftigten unter anderem Elektromotoren und Generatoren her, die in Containerschiffen verbaut werden. "55 Prozent unseres Umsatzes von rund 20 Millionen Euro haben wir mit direkten Exporten ins Ausland erwirtschaftet", berichtete Paul Bachmann, AEM-Vertriebsmitarbeiter für die asiatischen Märkte. Die Fokussierung aufs Ausland hänge stark mit Marktverschiebungen zusammen. "Früher wurden Schiffe in Deutschland gebaut, mittlerweile hat sich das Geschäft jedoch zu 80 Prozent nach China und Korea verlagert", so Bachmann.

Der wirtschaftliche Erfolg von AEM sei daher von Exporten abhängig. Sorgen bereitet Bachmann aber weniger das Marktgeschehen, sondern vielmehr der Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt: "Wir produzieren ausschließlich in Dessau, haben aber mittlerweile Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden." Die von der Landesregierung beschlossenen Kürzungen bei den Hochschulen sehe er deshalb ganz besonders kritisch.

Nicht jede Firma, die sich auf der Messe präsentiert, zielt aber immer gleich auf das Auslandsgeschäft ab. Egbert Krüger zum Beispiel präsentiert seine Firma für Trockeneistechnik am Gemeinschaftsstand des Landes Sachsen-Anhalt und hat bereits einen Neukunden gewinnen können. "Der Waffenhersteller Rheinmetall will Maschinengewehre, Panzer und gepanzerte Fahrzeuge bei uns reinigen lassen", berichtete Krüger. Seit 2011 stellt seine Fünf-Mann-Firma in Möser Trockeneis her, mit dem Maschinen gereinigt werden können. Namhafte Kunden hat er schon vorzuweisen gehabt. Das Volkswagen-Werk Braunschweig lässt von seiner Firma regelmäßig Gussformen reinigen. Egbert Krüger ist sich nun sicher, seinen Jahresumsatz erstmals über die Marke von 400000 Euro steigern zu können.

Von großer Bedeutung für Sachsen-Anhalt ist auch das Messe-Partnerland Niederlande. Seit 2000 haben Unternehmer aus dem Königreich 400 Millionen Euro in Sachsen-Anhalt investiert und mehr als 2000 Arbeitsplätze geschaffen - hauptsächlich in der Chemieindustrie und im Maschinenbau. Mehr als 150 Firmen sind in niederländischer Hand.

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