Auf das Baby aufpassen, beim Hausbau helfen oder den Rasen mähen - das ist nach Ansicht von Rechtsanwalt Reinhard Schütte aus Wiesbaden in der Regel unproblematisch. "Solange der Helfer dafür nur ein Trinkgeld bekommt, ist das in Ordnung", sagte das Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).

Eine entscheidende Frage für die Abgrenzung zwischen freundlicher Hilfe und Schwarzarbeit ist für Schütte: "Will ich Gewinn erzielen oder nicht?" Unterstütze beispielsweise ein Nachbar oder Freund einen Bauherren beim Hausbau, sei es unproblematisch, wenn dieser dafür zum Grillabend eingeladen werde. "Bezahlt der Bauherr seine Helfer aber, kann das schnell Schwarzarbeit sein."

Die vermeintliche Hilfe kann schnell ein unangenehmes Nachspiel haben: Es müssten Steuern und Sozialabgaben nachgezahlt werden. Außerdem drohe ein Bußgeld. Beziehe der Helfer Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe, müsse er auch mit einer Strafanzeige wegen Erschleichens von Sozialhilfeleistungen rechnen.

Wer solche Probleme vermeiden will,sollte Gefälligkeiten oder Hilfsarbeiten nicht üppig entlohnen. Geringfügige Beschäftigung sollte bei der Minijob-Zentrale angemeldet werden. Die Kosten können steuerlich abgesetzt werden. (dpa)