Was kostet eigentlich ein Ei in der Herstellung? Der Bundesverband Deutsches Ei rechnet folgendermaßen:

Kaufpreis der Junghenne: rund 1,4 Cent pro Ei

Abschreibungen für Stall, Ausgaben für Strom und Wasser, Lohnkosten des Erzeugers: zusammen etwa 2,1 Cent pro Ei

Futter: rund 3,8 Cent je Ei.

Bis es den Hof verlässt, hat das Ei der Modellrechnung zufolge damit 7,3 Cent gekostet.

Weitere Kosten:

Für das Abholen beim Erzeuger: 0,2 Cent je Ei

Für das Sortieren: 0,4 Cent

Für die Verpackung: 0,9 Cent

Für den Transport zum Händler: 0,2 Cent

Damit steigen die Kosten auf 9 Cent pro Ei - Gewinnspanne des Handels und Mehrwertsteuer sind nicht enthalten. (dpa)

Köln/Berlin (dpa) l Selbst gefärbt, ausgeblasen, versteckt oder im Kuchen - kein Osterfest ohne Eier. Die Preise im Laden werden aus Expertensicht aber trotz der großen Nachfrage nicht steigen.

Saisonale Schwankungen gebe es schon länger nicht mehr, sagt Analystin Margit Beck von der Marktinfo Eier Geflügel (MEG). Die Supermärkte hätten feste Verträge mit den Ei-Lieferanten, die das ganze Jahr über gelten. Wer zum Färben aber ausgerechnet ein weißes Ei aus Freilandhaltung sucht, muss wohl auch dieses Jahr oft mehrere Läden abklappern.

Kaum noch Gewinn für Discounter


Derzeit - so zeigen Daten des Statistischen Bundesamts - sind Eier im Supermarkt günstig wie seit etwa zwei Jahren nicht mehr. Die neueste Preisrunde läutete der Discounter Aldi zu Jahresbeginn ein, als er den Preis für zehn Eier aus Bodenhaltung von 1,29 Euro auf 99 Cent senkte. Viel Gewinn könne der Discounter damit nicht mehr machen, rechnet der Vorsitzende des Bundesverbands Deutsches Ei, Günter Scheper, vor. Bis es den Hof verlasse, könne ein Ei schon mehr als 7 Cent kosten, bis zum Supermarkt-Regal - großzügig gerechnet - 9 Cent.

Ein Eier-Tourismus aus den Nachbarländern sei trotz der niedrigen Preise nicht zu befürchten, beruhigt Beck. 2012 hatten tschechische Verbraucher wegen hoher Preise im heimischen Supermarkt vor Ostern deutsche Eier gehamstert. Damals waren sie knapp und teuer, weil einige Staaten das EU-weite Verbot konventioneller Käfighaltung noch nicht umgesetzt hatten.

Inzwischen seien die Engpässe aber behoben, sagt Beck. "Alles ist umgerüstet, das Thema ist vom Tisch." Inzwischen legt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zufolge jedes zehnte Huhn in Deutschland - 3,3 Millionen Tiere - Bio-Eier. Die meisten Legehennen - 24,3 Millionen - leben in Bodenhaltung. Ihre Eier sind, das kritisiert der Deutsche Tierschutzbund, inzwischen günstiger als die der Käfighennen früher.

Eier-Tourismus vor Ostern


218 Eier hat jeder Deutsche laut MEG im vergangenen Jahr im Schnitt gegessen. Gerade zu Ostern sind Eier gefragt. "Die Legehennenhalter bereiten sich darauf vor, so dass sie pünktlich vor Ostern genug Hühner im Stall haben", sagt der Geschäftsführer des Geflügelwirtschaftsverbands NRW, Thorsten Klauke. Die Erzeugerpreise seien "an der Schmerzgrenze".

Auch die Eiprodukte-Industrie kann gerade vergleichsweise günstig einkaufen. Hier schwanken die Preise nach wie vor nach Angebot und Nachfrage. Nach Weihnachten seien Eier erst günstiger geworden, dann wieder teurer, sagt Beck. Seit ein bis zwei Wochen aber bröckelten die Preise auch hier. "Der Markt ist umfangreich versorgt."

Im Supermarkt-Regal gibt es seit einigen Jahren fast nur noch braune Eier. Das fällt besonders vor Ostern auf, wo viele lieber weiße Eier bemalen oder färben, weil die Farben dann schöner leuchten. Wer es auf weiße Eier abgesehen habe, müsse vor Ostern wahrscheinlich auch dieses Jahr etwas länger suchen, warnte Beck. Einige Supermärkte machten sich das zu Nutzen und böten Sonderaktionen mit zehn weißen Eiern und Färbebeutel an - dann auch gern zu höheren Preisen.