Leipzig (dpa) l Die Ost-Privat-Banken wollen in diesem Jahr beim Kreditgeschäft dank anziehender Konjunktur zulegen. "Wir rechnen für 2014 mit einem stabilen Wachstum", sagte das geschäftsführende Vorstandsmitglied des ostdeutschen Bankenverbandes, Klaus Wagner-Wieduwilt, am Donnerstag in Leipzig. Welche Auswirkungen allerdings die Ukraine-Krise haben werde, sei noch nicht absehbar.

2013 hatten die 39 Mitgliedsbanken des Verbandes im Vergleich zum Vorjahr mehr Kredite an die Wirtschaft vergeben, hauptsächlich an den Mittelstand. Der Bestand wuchs auf 37,4 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 825 Millionen Euro. Damit liegt der Marktanteil der Privatbanken in den neuen Bundesländern bei 45 Prozent.

Bundesweit gingen die Kreditbestände der privaten Banken für die Wirtschaft leicht von 222 Milliarden Euro 2012 auf 218 Milliarden Euro 2013 zurück. Die Angaben beruhen auf Daten der Deutschen Bundesbank.

In den Bundesländern fiel das Bestands-Plus unterschiedlich aus. In Mecklenburg-Vorpommern betrug es 499 Millionen Euro, in Thüringen 264 Millionen, in Sachsen 92 Millionen und in Brandenburg 70 Millionen Euro. In Sachsen-Anhalt ging der Kreditbestand um 100 Millionen Euro zurück.

Die Sparkassen im Osten verbuchten einen Bestand von 22,22 Milliarden Euro (Plus 856 Millionen Euro). Das ist ein Marktanteil von 27 Prozent.

Auch private Kunden holten sich von ihren Banken mehr Geld auf Pump. Im Privatkundengeschäft stieg der Kreditbestand um 500 Millionen Euro auf 24,8 Milliarden Euro. Besonders gefragt seien Immobilienfinanzierungen wegen der historisch niedrigen Bauzinsen, sagte Wagner-Widuwilt. Zwar stehe die ost- und die westdeutsche Wirtschaft im europäischen Vergleich sehr gut da. Langfristig betrachtet sei der Wachstums- trend aber zu niedrig. Wagner-Widuwilt warnte, die Rente mit 63 dürfe kein Instrument eines florierenden Frühverrentungssystems werden.

Zum Ostdeutschen Bankenverband zählen Großbanken, Regional- und Spezialbanken sowie Privatbankiers.