Bonn (dpa) l Auf dem deutschen Markt will die Telekom mit schnellen Netzen und einfachen Tarifen ihre Umsätze bis 2018 festigen und wieder profitabler werden. Bis zu diesem Zeitpunkt "werden sich unsere Tarife massiv vereinfachen", kündigte Deutschland-Chef Niek Jan van Damme am Montag in Bonn an. "Wir werden einfacher, besser und integrierter." Ziel sei es, die Umsätze mindestens zu stabilisieren. Genaue Zahlen nannte van Damme nicht.

Kundenschwund und Preisdruck hatten den Marktführer stark unter Druck gesetzt und an der Marge gekratzt. Vor allem die Kabelnetzbetreiber profitierten von der Entwicklung. Allerdings verringerte sich der Kundenschwund in den vergangenen Jahren deutlich.

Eine gute Nachricht für Urlauber und Geschäftsreisende gibt es schon heute: Surfen und Telefonieren in der EU, aber auch darüber hinaus, wird bald günstiger. Nachdem der Mobilfunkanbieter E-Plus vor einigen Wochen als erster Mobilfunkbetreiber die Gebühren für das sogenannte Roaming bei einigen Tarifen abgeschaffte, legte nun die Telekom nach.

Alle Vertragskunden mit einem Pauschaltarif für Telefonieren, mobiles Surfen und den SMS-Versand könnten ab 1. Juli ihre Flatrate auch im EU-Ausland nutzen. Dafür müssen sie monatlich einen Aufschlag von 5 Euro bei einer Laufzeit von einem Jahr zahlen. Deutlich mehr muss der Kunde zahlen, wenn er nur vier Wochen seine Flatrate im EU-Ausland nutzen will, nämlich 19,95 Euro. Auch Vodafone plant für seine Flatrate-Kunden Erleichterungen.

Im Konzernvorstand wird der Niederländer van Damme künftig das Ressort Innovation verantworten, das nach dem Weggang von René Obermann vakant war. Im Jahr 2018 stehe die Telekom als Gewinner da, prophezeite van Damme. Der Konzern werde bis dahin sein komplettes Netz auf IP-Basis umgestellt haben. 12 Millionen Kunden sollen dann an das glasfaserbasierte Netz der Telekom angeschlossen sein.