Die Magdeburger ÖHMI-Gruppe will im neuen Jahr in ihr Wachstum investieren und erweitert dazu ihre Technikum- und Bürokapazitäten. Nach mehr als sechs Prozent Leistungszuwachs 2010 will der Mischkonzern aus Technologie- und Dienstleistungsunternehmen 2011 ein vergleichbar hohes Plus erreichen.

Magdeburg. "Die beste Zeit im Bereich Pflanzenöl steht uns noch bevor", ist Peter Transfeld, Vorstandsvorsitzender der ÖHMI AG Magdeburg, zuversichtlich für die Zukunft des Unternehmens, das in der Nachfolge der ersten, 1875 gebauten Magdeburger Ölmühle steht. Die Nachfrage nach "Raps und Co." für die gesunde Ernährung wächst, und die energetische sowie stoffliche Verwendungsvielfalt der nachwachsenden Rohstoffe als Ersatz für Erdöl und Kohle wird in den kommenden Jahren noch kräftig an Bedeutung gewinnen. Transfeld ist "froh, dass wir bei ÖHMI genau auf diesem Gebiet Experten sind."

Das gilt für die eigenen Unternehmen der Gruppe ebenso wie für den auf dem Firmengelände ansässigen Forschungsbetrieb PPM Pilot Pflanzenöltechnologie, an dem außer vier ÖHMI-Töchtern rund 20 weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen bundesweit beteiligt sind. Der Ausbau der nationalen und internationalen Vernetzung sei im vergangenen Jahr weiter vorangegangen, und der Magdeburger "Pilot" gilt in diesem Netz als Spezialist für neue Technologien, um Öle in ihren Bestandteilen noch besser nutzbar zu machen. Zurzeit arbeitet PPM an 16 Projekten mit jeweils bis zu zehn Partnern weltweit.

Das Anlagengeschäft im Bereich Pflanzenölverarbeitung kommt dagegen nach der Finanz- und Wirtschaftskrise erst allmählich wieder in Schwung. ÖHMI Engineering hat erste Aufträge für 2011 innerhalb Europas herangeholt. Der letzte kam kurz vor Weihnachten und "bescherte" damit den Anlageningenieuren die Streichung des geplanten Betriebsurlaubs.

Dass sich mit Dienstleistungen gut verdienen lässt, haben die Töchter ÖHMI Analytik und ÖHMI EuroCert im vergangenen Jahr erneut bewiesen. Das Zertifizierungsunternehmen im Bereich Qualitäts- und Umweltmanagement gewann neue Fachbereiche und Märkte hinzu. Die kleine Stammbelegschaft wurde um drei auf neun Mitarbeiter erweitert – das Unternehmen arbeitet außerdem mit externen Auditoren. Innerhalb von zehn Jahren hat ÖHMI EuroCert seine Umsatzleistung verdreifacht.

Mit Kontinuität wächst ebenso die ÖHMI Analytik. Die Menschen achten beim Essen stärker auf Qualität – und ÖHMI Analytik liefert den Nachweis, was in den Lebensmitteln drinsteckt. Neben der Gütebestätigung aus dem akkreditierten Prüflabor wünschen die Lebensmittelhersteller auch spezifische Beratungsleistungen. Um alles aus einer Hand anbieten zu können, ist ÖHMI Analytik im vergangenen Jahr mit ihrem zuvor eigenständigen Schwesterbetrieb ÖHMI Consulting verschmolzen. Dabei wurden sämtliche Mitarbeiter übernommen. "Die erwünschten Synergien als Komplettdienstleister für Analytik, Beratung, Schulung und Forschung sind bereits im ersten Jahr eingetroffen", sieht sich Holdingchef Transfeld bestätigt: "Die fusionierte ÖHMI Analytik hat ein höheres Ergebnis erreicht, als es für die beiden Einzelfirmen geplant war."

Auch das Geschäft der in der Objektbetreuung tätigen ÖHMI Service ist 2010 deutlich gewachsen, wogegen die Auslandstochter ÖHMI Bulgaria noch mit kleinem Geschäft vor allem den Fuß in der Tür des EU-Neulings hält.

Insgesamt hat die ÖHMI-Gruppe mit ihren sieben Unternehmen und Beteiligungen im Jahr 2010 reichlich sieben Millionen Euro ausschließlich an Eigenleistungen erwirtschaftet. Die AG, in der jede Firma ihre eigene Geldbörse verwaltet, schreibt erneut schwarze Zahlen. Wie hoch das Wachstum 2011 wird, hängt vor allem von der Entwicklung im Anlagengeschäft ab.