Bad Lauchstädt (dpa). Heilwasser aus Bad Lauchstädt gibt es seit 300 Jahren. Es galt nach 1990 als Marktführer im Osten. Die Produktionsfirma ist in Schwierigkeiten geraten. Die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft.

Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) hat sich für den Erhalt der Heil- und Mineralbrunnen GmbH Bad Lauchstädt ausgesprochen. Den Eigentümer der Traditionsfirma forderte er auf, ein klares Konzept vorzulegen. Er erwarte dies bis zur nächsten Woche. "Wir müssen alles unternehmen, dass das Unternehmen in Gang kommt", sagte der Minister nach einem Gespräch mit Beschäftigten und der Gewerkschaft. Eine Insolvenz wäre der schnellste Weg, um das Unternehmen zu retten, sagte Sachsen-Anhalts Landesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Udo Gebhardt. Ähnlich äußerte sich der Minister. Die Mitarbeiter warten den Angaben zufolge seit 4,5 Monaten auf ihren Lohn.

Die Produktion in Bad Lauchstädt (Saalekreis) ruht nach DGB-Angaben seit November. Etwa 26 Mitarbeiter zählten noch zur Firma. Gebhardt warf dem Eigentümer "rücksichtslose Profitgier" zu Lasten der Beschäftigten vor. "Die meisten Mitarbeiter sind 20 Jahre und länger dabei, viele haben hier schon gelernt", sagte die Betriebsratsvorsitzende.

Eigentümer der Firma ist laut Haseloff die Firma Vönix GmbH. Dahinter stehe ein Berliner Rechtsanwalt, der sich mit der Sanierung von Firmen beschäftige, so Haseloff. "Ich habe dem Eigentümer signalisiert, falls er einen Investor mit einem klaren Konzept bringt, dann sind wir bereit, einen Neueinstieg fördertechnisch zu unterstützen", sagte der Minister. Rund zwei Millionen Euro müssten in die Firma investiert werden.

Das 1905 gegründete Unternehmen war zu DDR-Zeiten verstaatlicht und nach 1990 privatisiert worden. Es galt als Marktführer für Heilwasser in Ostdeutschland. Die Schwierigkeiten der Firma seien nicht kurzfristig entstanden, so Haseloff. Diese hätten sich über Jahre aufgestaut.