Magdeburg l Das Eingeben der Geheimzahl soll künftig der Vergangenheit angehören. Kontaktloses Bezahlen heißt die Technik, auf die die Kreditwirtschaft setzt. Kritiker bemängeln, dass die Daten der Kunden nur unzureichend gesichert seien. Banken und Sparkassen wollen das Angebot weiter ausbauen.

An der Kasse halten die Käufer nur noch eine Plastikkarte mit einem speziellen Chip vor ein Lesegerät - und fertig. Das Suchen nach Kleingeld fällt weg. Das neue bargeldlose Bezahlen "Girogo" der Sparkassen wurde vor zwei Jahren in einem Pilotprojekt getestet.

Stand März 2014 gibt es in ganz Deutschland bereits rund 8100 "Girogo"-Akzeptanzstellen und über 16000 "Girogo"-Terminals. In Sachsen-Anhalt ist kontaktloses Bezahlen zum Beispiel bei der Supermarktkette Edeka, dem Drogeriemarkt dm oder der Tankstelle Jet möglich. Bis Jahresende soll es bundesweit rund 41000 Terminals geben. "Die Akzeptanz soll in den nächsten Jahren schrittweise steigen", so Michaela Roth, Sprecherin des Deutschen Sparkassen und Giroverbandes (DSGV).

Risiken beim kontaktlosen Bezahlen

So wollen die Sparkassen Konkurrenten wie Visa, Mastercard, Google und Paypal ausstechen, die an ähnlichen Systemen arbeiten. Zurzeit lassen sich mit der "Girogo"-Methode nur Geldbeträge bis 20 Euro bezahlen. Die Karten müssen vorher mit Guthaben aufgeladen werden.

Doch das kontaktlose Bezahlen birgt auch Risiken. Datenschützer warnen vor Schlupflöchern, die es ermöglichen Daten auszulesen. Nach Angaben des Chaos Computer Clubs erfasse eine "Girogo"-Karte etwa Datum und Zeit der Zahlung, Betrag und Kennung des Ladeterminals oder Händlers. Mithilfe eines Lesegeräts und einer Software, die es im Internet gibt, ließen sich die Daten einfach auslesen. Der DSGV widerspricht dem: "Wir haben von Anfang an einen intensiven Dialog mit Datenschützern geführt", so Roth. Der Chip speichere lediglich das Datum und den Betrag des Kaufes, jedoch keine personenbezogenen Daten.

Der Verbraucherschutz aus Sachsen-Anhalt warnt dennoch: "Neue Technologien ziehen immer Betrüger an", erklärt Sven Kretzschmar von der Verbraucherzentrale. Kunden sollten ihre Kontoauszüge kontrollieren. Denn wie sicher diese Technologie sei, könne noch nicht beurteilt werden.