Frankfurt/Main (dpa) l Deutschlands Solarindustrie kämpft noch immer mit großer Anstrengung gegen die Krise an. Die Bilanzen der deutschen Unternehmen zum ersten Quartal zeigen, dass die Rückkehr in die Gewinnzone für viele vom Erfolg im außereuropäischen Ausland abhängt. Vor allem der Eintritt in den asiatischen Markt ist für sie jedoch eine harte Nuss.

Generell sind die Aussichten für die Solarbranche nicht schlecht: Marktbeobachter trauen dem globalen Photovoltaik-Markt für dieses Jahr ein zweistelliges Wachstum zu. Nach 40 Gigawatt neu installierter Leistung im vergangenen Jahr geht etwa die US-Marktforschungsgesellschaft NPD Solarbuzz für 2014 von 50 Gigawatt aus.

Doch die regionalen Schwerpunkte verschieben sich. Während Europa vor der Krise ein Kernmarkt war, kommen die Wachstumsimpulse jetzt insbesondere aus China, Nordamerika und Japan. Der Wechselrichterhersteller SMA Solar hält trotz eines Verlusts zum Jahresstart für 2014 an seinem Ziel eines operativen Gewinns fest.

Analyst Stefan Freudenreich vom Investmenthaus Equinet ist allerdings skeptisch: "Das Unternehmen wird eine starke Entwicklung auf seinen Auslandsmärkten Nordamerika und Japan brauchen, um die Ziele zu schaffen. Da sind große Sprünge nötig."

Dabei gilt SMA als einer der wenigen deutschen Vertreter, denen überhaupt Chancen in Japan eingeräumt werden. Technische und regulatorische Besonderheiten bilden dort Hürden für den Markteintritt.

Solarworld ist auf dem japanischen Markt über einen Partner mit japanischem Namen vertreten. Die Bonner haben einen Schuldenschnitt und ein Verlustjahr hinter sich, jetzt gab es einen kleinen operativen Gewinn. Solarworld setzt weiter auf Europa, hat ein Großprojekt aus Frankreich im Auftragsbuch. In Japan verdreifachte sich der Umsatz - aber noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Von China lassen fast alle lieber die Finger. Der Markt sei komplett staatlich initiiert und diene lediglich dazu, die übervollen Lager der chinesischen Hersteller zu leeren, meint ein Branchenkenner: "Geld verdienen dort aber auch die Chinesen nicht, denn die festgelegten Preise sind viel zu niedrig."