Washington (AFP) l Erstmals seit zwei Jahrzehnten ist eine Großbank in den USA wegen einer Straftat rechtskräftig verurteilt worden. Die Schweizer Credit Suisse bekannte sich vor einem Gericht im US-Bundesstaat Virginia der Beihilfe zur Steuerflucht schuldig und zahlt eine Strafe in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro), wie das US-Justizministerium mitteilte.

Bank-Chef Brady Dougan, ein US-Bürger, wies Rücktrittsgedanken am Dienstag weit von sich. Die Credit Suisse sei "dreist" gewesen, heißt es in der Anklage des US-Justizministeriums: Sie habe jahrzehntelang "unrechtmäßig, freiwillig, absichtlich und wissentlich" Zehntausenden US-Bürgern dabei geholfen, Steuern zu hinterziehen. So habe die Bank geholfen, Geld auf Konten Dritter zu verstecken, habe Geld in bar übergeben und Kontoauszüge vernichtet.

14 Schweizer Banken im Visier der Justiz

"Hunderte Mitarbeiter der Credit Suisse, einschließlich der Führungsebene", hätten sich verschworen, um Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu leisten, sagte Staatsanwältin Dana Boente. Acht Beschäftigte der Bank wurden angeklagt, zwei bekannten sich schuldig. Ihr Strafmaß soll im August bekannt gegeben werden.

Credit-Suisse-Chef Brady Dougan sagte am Dienstag in einer Telefonkonferenz, er habe nie an Rücktritt gedacht. "Das stand niemals zur Debatte." Dougan erklärte, die Credit Suisse bedaure "das Fehlverhalten im früheren grenzüberschreitenden US-Geschäft außerordentlich". Sie habe aber "hart gearbeitet, diese Sache zu klären und aufzuräumen". Dabei "haben wir gute Arbeit geleistet". Die Credit Suisse darf ihr US-Geschäft weiterführen. "Wir können uns nun voll und ganz auf die Gestaltung der Zukunft konzentrieren", erklärte die Bank.

Die Credit Suisse ist eine von 14 Schweizer Banken, die sich zuletzt wegen angeblicher Hilfe zur Steuerflucht im Visier der US-Justiz befanden.