Magdeburg l Die Folgen der Insolvenz des Itzehoer Windkraftkonzerns Prokon treffen nun auch das Tochterunternehmen in Magdeburg. Nach Informationen der Volksstimme wurde Mario Brumme als Geschäftsführer des Prokon-Bio-Ölwerks abberufen. Zudem ist ihm ein Hausverbot auferlegt worden, Brumme darf die Geschäftsräume nicht mehr betreten. Auslöser war offenbar, dass Brumme interne Pläne des Insolvenzverwalters des Prokon-Konzerns, Dietmar Penzlin, an die Magdeburger Belegschaft weitergegeben hatte.

Die Volksstimme berichtete am Sonnabend, dass im Zuge der Insolvenz der Prokon-Muttergesellschaft auch im Magdeburger Bio-Ölwerk Veränderungen anstehen. Etwa 20 der 140 Mitarbeiter müssen um ihre Arbeitsplätze fürchten. Der Standort Kroppenstedt (Börde) sowie eines der drei Werke in Magdeburg stehen vor der Schließung. Diese Maßnahmen bereiten möglicherweise den Verkauf des Werks vor.

Magdeburger Bioölwerk seit 2012 Teil von Prokon

Der damalige Geschäftsführer Brumme teilte den Mitarbeitern diese Sachlage am vergangenen Freitag in einer Betriebsversammlung mit. Nun ist für ihn in Magdeburg Schluss. Die Verantwortlichen bei Prokon Magdeburg wollten die Entlassung ihres Geschäftsführers gegenüber der Volksstimme nicht bestätigen.

Seit November 2012 ist das Bioölwerk eine hundertprozentige Tochter des Windenergiekonzerns Prokon. Nachdem die Muttergesellschaft im Januar 2014 Insolvenz anmelden musste, teilte das Magdeburger Werk mit, nicht auf Finanzhilfen angewiesen zu sein. Anfang Mai bezeichnete Insolvenzverwalter Penzlin die wirtschaftliche Situation des Bioölwerks Magdeburg als stabil. "Der Bereich der Beteiligungen von Prokon wird mit Nachdruck weiter aufgearbeitet", hieß es allerdings in einer Mitteilung.

Seit der Prokon-Konzern Insolvenz angemeldet hat, bangen rund 75.000 Genussrechteinhaber um ihr Geld, rund 1,4 Milliarden Euro.