Berlin (dpa). Die deutsche Ernährungsindustrie hat höhere Preise für Lebensmittel angekündigt. "Die Preise für Rohstoffe sind extrem gestiegen", sagte der Chef des Branchenverbands BVE, Jürgen Abraham, gestern in Berlin. Seit Mai 2010 hätten sich Agrarrohstoffe um 40 Prozent verteuert. "Das kann die Industrie nicht allein wegstecken, irgendwann müssen wir das an die Verbraucher weitergeben." Vor allem durch die höheren Preise erwarte die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) 2011 ein Umsatzplus von 1,5 bis 2 Prozent.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, sagte: "Die Zeiten, als Milch, Butter, Eier oder Fleisch eine Inflationsbremse waren, sind vorüber, auch die Zeit der extremen Niedrigpreise beim Discounter." Die Lebensmittelpreise würden sich jedoch "im Rahmen der allgemeinen Teuerungsrate entwickeln". Zu den gestiegenen Preisen, etwa für Weizen und andere Rohstoffe, trügen auch Spekulationen an den Weltmärkten bei.

Die Branchenlage ist auch Thema auf der Grünen Woche, die an diesem Donnerstag in Berlin beginnt. Zum Agrarministergipfel am Sonnabend haben sich Ressortchefs und Staatssekretäre aus 52 Ländern angemeldet. Meinung