Nürnberg (dpa) l Für schlecht ausgebildete Arbeitslose gibt es in Deutschland viel zu wenig Jobs. 45 Prozent der Arbeitslosen sind laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg lediglich für Helfer- und Anlerntätigkeiten qualifiziert. Nur 14 Prozent der Arbeitsplätze entsprächen jedoch diesem Niveau, teilte das IAB am Montag mit.

Die Qualifikation vieler Arbeitsloser reiche nicht aus, um den steigenden Anforderungen der Betriebe gerecht zu werden. Auf der anderen Seite seien Menschen mit schlechter Ausbildung besonders häufig arbeitslos, weil die Betriebe seit langem Arbeitsplätze mit geringen Anforderungen abgebaut hätten.

"Kaum eine Region bietet genügend einfache Jobs", stellen die Forscher fest. In den Ruhrgebiets-Städten Gelsenkirchen, Herne, Duisburg, Recklinghausen, Dortmund und Oberhausen haben niedrig qualifizierte Arbeitslose laut IAB besonders schlechte Aussichten. Die Arbeitslosenquote für Hilfskräfte liegt hier bei mehr als 40 Prozent. In Ostdeutschland sieht es mit einer Quote von fast 35 Prozent nicht viel besser aus.

Im westdeutschen Durchschnitt beträgt die Quote knapp 22 Prozent. Bessere Aussichten hätten Helfer vor allem in Süddeutschland. Von den insgesamt 34 Kreisen mit einer Helfer-Arbeitslosenquote von weniger als zehn Prozent seien 29 in Bayern, 4 in Baden-Württemberg (Bodenseekreis, Hohenlohekreis, Enzkreis, Ravensburg) und einer in Niedersachsen (Wolfsburg). Im bayerischen Landkreis Eichstätt liege die Arbeitslosenquote im Helfersegment bei lediglich 5,2 Prozent. Viele dieser Kreise seien Standorte von Großunternehmen des verarbeitenden Gewerbes.

Da die Zahl der Hilfskräfte in Deutschland insgesamt viel größer sei als das Jobangebot, helfe auch ein Umzug der Arbeitslosen nur wenig. "Die gravierenden Beschäftigungsprobleme der Geringqualifizierten lassen sich nur langfristig lösen", schreiben die Forscher. Arbeitsmarktpolitisch müsse eine bessere Qualifizierung der Menschen insgesamt im Vordergrund stehen.