Magdeburg l Nico Rosberg ist der Mann, der auch Magdeburg ein wenig stolz machen kann. Der gebürtige Wiesbadener feierte am Sonntag seinen dritten Saisonsieg in der Formel 1. Auf Rosbergs Kopf sitzt dabei gewissermaßen der schnellste Helm der Formel 1. Und der wird ihm seit Jahren von der Magdeburger Helmschmiede Schuberth maßgefertigt. Rosberg, der international bekannte Rennfahrer, ist sinnbildlich für die Entwicklung, die der Helmhersteller nehmen will. In den vergangenen Jahren war er stets ein anerkannter, guter Fahrer. Siege hingegen waren eher selten. Doch jetzt hat Mercedes ihm ein Auto gebaut, das ihn nach den Sternen greifen lässt.

Perusa heißt der Investor, der für Schuberth künftig internationale Erfolge möglich machen will. Seit September 2013 gehört der Münchner Firma die Mehrheit des Unternehmens. Drei Millionen Euro wird Schuberth in Magdeburg allein im laufenden Geschäftsjahr 2014 investieren, vor allem um neue Märkte zu erschließen.

"Wir sehen dabei Potenzial in jedem Geschäftsbereich", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung Jan-Christian Becker der Volksstimme. Im Kartsport und auch im Hochpreisbereich für spezielle Rennserien will sich Schuberth mit neuen Produkten positionieren. Die Helme der Motorradserien sollen auf den Prüfstand. "Wir werden Modellanpassungen vornehmen und spezieller auf Kundenwünsche eingehen", so Becker. Dabei haben die Magdeburger vor allem den internationalen Absatz im Blick. Finanz-Geschäftsführer André-Alexander Steffen: "Wir schauen uns sämtliche Märkte an." Denkbar ist dabei ein verstärktes Engagement vor allem im asiatischen Raum wie zum Beispiel in Thailand und Japan, so Steffen.

Investiert werden soll zudem auch in neue Entwicklungs- und Fertigungstechniken. "Wir sind dabei unser ausgelagertes Know-how wieder in unser Unternehmen zurückzuholen", erklärte Steffen. Die Innovationskraft bleibe somit am Standort Magdeburg erhalten.

Das soll gleichzeitig ein Signal an die Mitarbeiter sein. Die rund 300 Beschäftigten zitterten nach der Übernahme um ihre Arbeitsplätze. "Wir bleiben hier und wollen unsere Mitarbeiter langfristig binden", sagte Becker. Mehr als die Hälfte der rund 30 Zeitarbeiter sollen einen festen Vertrag bekommen.

Schuberth befindet sich noch auf Konsolidierungskurs. Im vergangenen Jahr konnte der Umsatz leicht auf 62 Millionen Euro gesteigert werden (2012: 60 Millionen). Nach Informationen der Volksstimme wurden in den vergangenen Jahren stets Verluste eingefahren. Die Restrukturierungen zeigen aber schon Erfolge: "Wie in diesem Jahr wollen wir auch künftig selbst in der Lage sein unsere Investitionen zu finanzieren", so Becker.

Neben Motorradhelmen stellt Schuberth auch Helme für Polizei, Feuerwehr, Militär und das Baugewerbe her. 1,3 bis 1,5 Millionen Stück werden jährlich im Werk produziert.