Wiesbaden (dpa) l Arbeitnehmer in Deutschland können sich in diesem Jahr über echte Lohnzuwächse freuen. Im ersten Quartal dieses Jahres legten nach Abzug der Inflation die Reallöhne um 1,3 Prozent so kräftig zu wie seit drei Jahren nicht mehr, berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag. Experten erwarten auch für das Gesamtjahr, dass die Bruttogehälter inklusive der Sonderzahlungen deutlich über der Preissteigerung bleiben.

Die Reallohnsteigerung im Startquartal war die stärkste seit dem Frühjahr 2011. Sie sei von den festen Gehaltsbestandteilen wie auch von Sonderzahlungen getragen worden, berichtete das Bundesamt auf Grundlage von mehr als 40 000 regelmäßig befragten Unternehmen.

Die Bundesbank erwartet für dieses Jahr nach europäischer Berechnungsweise eine Preissteigerung von 1,1 Prozent, während die meisten Tarifabschlüsse Steigerungen von um die 3 Prozent vorsehen.

Im gesamten Jahr 2013 mit schon teils kräftigen Tariferhöhungen hatte es in keinem Quartal einen echten Zuwachs gegeben: Unter dem Strich blieb nach drei Zuwachsjahren ein Reallohnverlust von 0,1 Prozent.

Deutschland könne sich einen dauerhaft überdurchschnittlichen Anstieg der Arbeitskosten nicht leisten, sagt Volkswirt Christoph Schröder vom arbeitgebernahen Institut der Wirtschaft (IW) in Köln. "Wir müssen auf unsere Wettbewerbsfähigkeit achten", mahnt er. Die Export-Industrie habe zwar einen starken Fokus auf Investitionsgütern, die weltweit gut verkauft werden könnten. "Der Preis bleibt im Markt aber immer ein wichtiges Argument."