Berlin (dpa). Die deutschen Mittelständler müssen wegen des Fachkräftemangels jährliche Umsatzeinbußen von rund 30 Milliarden Euro verkraften. Besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen und Bayern. Dies geht aus einer gestern veröffentlichten Hochrechnung der Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervor. Drei Viertel der Unternehmer (73 Prozent) fällt es demnach "eher" oder "sehr schwer", ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Ihre aktuelle Geschäftslage nennen 92 Prozent der Chefs "gut" oder "eher gut" – ein solcher Wert wurde nicht einmal im Boom-Jahr 2007 gemessen. Zudem erwartet mehr als die Hälfte der Mittelständler eine weitere Verbesserung ihrer Geschäftslage, dies sind deutlich mehr als vor einem halben Jahr.

Auf den Arbeitsmarkt dürfte sich das positiv auswirken: Mehr als jedes vierte Unternehmen will zusätzliche Mitarbeiter einstellen, zwei von drei Unternehmern rechnen aber mit wachsenden Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Top-Personal. Einen Stellenabbau plant lediglich jeder 17. Mittelständler.

Die größten Sorgen machen sich die Chefs über steigende Rohstoffpreise (66 Prozent), steigende Energiepreise (64), die Staatsverschuldung (55) und die Konjunktur (52). Für das Mittelstandsbarometer befragte Ernst & Young 3000 Firmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitern. Rund 80 Prozent der Firmen haben ihren Sitz in Westdeutschland, die Hälfte liegt mit ihrem Jahresumsatz zwischen 30 und 100 Millionen Euro. Zum Dienstleistungssektor gehören 45 Prozent der Unternehmen, 13 Prozent zur Industrie.