Magdeburg (dpa) l Für eine Fahrt mit dem Taxi müssen die Sachsen-Anhalter künftig tiefer in die Tasche greifen. Ein Grund ist die flächendeckende Einführung des Mindestlohnes von 8,50 Euro pro Stunde ab dem Jahr 2015. Mit einer Preissteigerung sollen die Mehrkosten für die Unternehmer abgefangen werden. Vielfach müssen die höheren Fahrpreise aber noch von den zuständigen Behörden, so von den Stadtverwaltungen und Landkreisen, genehmigt werden. Möglicherweise könnte es aber auch ein "Taxisterben" geben, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Eigentlich müssten wir in Magdeburg um bis zu 40 Prozent erhöhen", sagte Frank Tempel, Geschäftsführer des Landesverbandes der Taxi- und Mietwagenunternehmen Sachsen-Anhalt. Aber weil das den Fahrgästen nicht zuzumuten sei, werde die Preiserhöhung wohl niedriger ausfallen. Derzeit koste eine Fahrt von fünf Kilometern etwa zehn bis elf Euro. Es sei vor allem der jähe Lohnanstieg, der den Unternehmen zu schaffen mache. Derzeit liege der Stundenlohn eines Fahrers bei vier bis fünf Euro.

"Im Juni sind die Anträge vom Stadtverband der Taxi- und Mietwagenunternehmer zur Erhöhung eingegangen", sagte Michael Reif, Sprecher der Stadt Magdeburg. Demnach würden die Tarife um durchschnittlich 30 Prozent steigen. Der Antrag werde derzeit von der Genehmigungsbehörde geprüft. Außerdem sollen die Taxiunternehmer befragt werden, da die Preiserhöhung nicht bei allen von ihnen Zustimmung findet.

"In Halle sind noch keine Anträge auf Tariferhöhung eingetroffen", sagte der stellvertretende Pressesprecher der Stadt Markus Folgner. "Wir rechnen aber in den kommenden Wochen beziehungsweise Monaten damit."

Grundgebühr verdreifacht sich fast auf dem Lande

In Dessau-Roßlau sind etwa 45 bis 50 Taxis unterwegs. Nach Angaben eines Sprechers des Taxiverbandes Muka kostet hier eine Fahrt derzeit für die ersten zwei Kilometer sechs Euro, jeder weitere Kilometer schlägt mit 1,40 Euro zu Buche. Erhöht werden müssten die Fahrpreise, aber Genaues stehe derzeit noch nicht fest, sagte der Sprecher.

Auch in ländlichen Gegenden müssen sich die Fahrgäste wohl auf höhere Kosten einstellen. In einem Rundschreiben der Taxiunternehmen in der Region Stendal-Tangermünde wird davon ausgegangen, dass die Fahrt statt jetzt 1,40 Euro dann 1,80 Euro pro Kilometer kosten wird. Die Grundgebühr könnte von 3,50 Euro auf 9,80 Euro inklusive der ersten beiden Kilometer anziehen.

Neben höheren Preisen könnten auch längere Wartezeiten auf die Fahrgäste zukommen. "Wir wissen nicht, wohin die Reise geht. Es ist zu befürchten, dass 15 bis 20 Prozent weniger Taxis fahren, weil es sich einfach nicht mehr lohnt", sagte Tempel. In Magdeburg seien derzeit etwa 155 bis 160 Fahrzeuge unterwegs. Zur Genossenschaft zählten etwa 139 Fahrzeuge.