So kommen Kunden an die Entschädigung

Um eine Entschädigung nach Verspätung von Zügen zu bekommen, müssen Kunden der Deutschen Bahn ein Fahrgastrechte-Formular ausfüllen. Das erhalten sie beim Zugbegleiter, an der DB-Information, in den DB-Reisezentren oder im Internet unter www.bahn.de/fahrgastrechte.

Auf dem Formular muss die Verspätung vom Zugbegleiter bestätigt werden. Auch die DB-Information und die DB-Reisezentren bestätigen sie, wenn ihnen entsprechende Daten vorliegen. Reicht der Kunde das Formular zusammen mit der Originalfahrkarte im DB-Reisezentrum ein, erhält er dort direkt seine Entschädigung.

Hat der Fahrgast keine Bestätigung seiner Verspätung erhalten, wendet er sich an das Servicecenter Fahrgastrechte, 60647 Frankfurt am Main.

In Streitfällen kann er sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) wenden. Sie ist unter der Rufnummer 030/ 644 99 330 montags bis freitags von 11 Uhr bis 15 Uhr erreichbar. (sj)

Berlin (dpa) l Die Deutsche Bahn muss für 2013 wegen Verspätungen eine Rekordsumme an ihre Kunden zurückzahlen. Für das vergangene Jahr seien es mehr als 40 Millionen Euro, sagte ein Konzernsprecher der Nachrichtenagentur dpa in Berlin - mehr als je zuvor. Zuerst hatte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" darüber berichtet.

Es habe insgesamt 1,3 Millionen Anfragen gegeben, davon seien 88 Prozent im Sinne des Kunden entschieden worden, sagte der Sprecher am Sonnabend. Ein wichtiger Grund für den Anstieg sei ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg vom vergangenen September, wonach die Bahn auch bei Verspätungen durch höhere Gewalt Geld zurückzahlen muss. Dazu zählen beispielsweise Unwetter oder Streiks.

Nach Informationen der Zeitung waren 2013 alle Personenzüge der Bahn unpünktlicher als 2012. Besonders stark betroffen waren demnach der Fernverkehr und die dazu gehörenden ICE-Züge. Der Pünktlichkeitswert dort sei im Jahresdurchschnitt von 79,1 auf 73,9 Prozent gesunken. Insgesamt - also mit Regional- und S-Bahnen - sei der Wert von 94,6 auf 94,1 Prozent gesunken, berichtete der Konzernsprecher.

"Das Bahnjahr 2013 war geprägt von vielen heftigen Unwettern, von hochwasserbedingten Streckensperrungen über fünf Monate, von unpassierbaren Strecken im Ruhrgebiet und durch die notorisch kriminellen Eingriffe in den Bahnverkehr wie Kabelklau", hieß es nach Angaben des Blattes bei der Bahn.

Laut Fahrgastrechte-Formular der Bahn bekommen Reisende ab einer Verspätung von 60 Minuten 25 Prozent des Ticketpreises erstattet. Wer mehr als zwei Stunden später am Ziel ankommt, kann 50 Prozent des Fahrpreises zurückbekommen.

Bei einer Wartezeit von mehr als einer Stunde muss die Bahn für Erfrischungen sorgen und bei Bedarf auch für ein Hotelzimmer. Fällt die Fahrt ganz aus, muss der Anbieter eine andere Transportmöglichkeit organisieren.