New York (AFP) l Der Commerzbank stehen wegen Verstößen gegen US-Finanzsanktionen hohe Strafzahlungen bevor. Weil sie von den USA aus Geschäfte mit Unternehmen in Ländern wie etwa dem Iran oder dem Sudan getätigt haben soll, die Washington auf seiner Sanktionsliste führt, drohten dem deutschen Bankhaus Strafzahlungen über mindestens 500 Millionen US-Dollar (368 Millionen Euro), berichtete die "New York Times" am Montagabend (Ortszeit) auf ihrer Internetseite. Sie berief sich dabei auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Dem Bericht zufolge könnten die Verhandlungen schon bald abgeschlossen sein. Mit der Bezahlung einer ausgehandelten Summe könnte der Fall dann ad acta gelegt werden.

Die Bank in Frankfurt am Main wollte sich am Dienstag zu den laufenden Gesprächen mit den US-Behörden nicht äußern. Erstmals hatte die zweitgrößte deutsche Privatbank im Jahr 2010 öffentlich gemacht, dass Untersuchungen wegen Verstößen gegen das US-Embargo laufen. Sie dauern seitdem an. Für Kosten, die aus solchen und anderen Verfahren entstehen, hatte die Commerzbank zu Ende des vergangenen Jahres bereits Rückstellungen über 934 Millionen Euro bereitgestellt.

Eine Verständigung mit der Commerzbank über eine Strafzahlung könnte den Weg für eine ähnliche Vereinbarung mit der Deutschen Bank ebnen, schreibt die Zeitung weiter. Die Deutsche Bank hatte zuletzt bestätigt, dass die US-Behörden auch an sie Nachfragen zu ihren Transaktionen in Dollar gerichtet hätten. Auch in diesem Fall geht es um den Verdacht, Geschäfte mit Ländern wie dem Iran, Syrien und dem Sudan abgewickelt zu haben. Die französische Großbank BNP Paribas hatte im Juni wegen Sanktionsverstößen eine Strafzahlung von 8,9 Milliarden Dollar (6,4 Milliarden Euro) akzeptiert - die höchste Strafe, die je einer ausländischen Bank in den Vereinigten Staaten auferlegt wurde. Zudem darf die BNP ab dem 1. Januar 2015 ein Jahr lang bestimmte Geschäfte in Dollar nicht mehr abwickeln, was vor allem die Bereiche Öl und Gas betrifft.