Magdeburg l Der Mittelstand ist das Rückgrat der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Aber gerade kleine Unternehmen können häufig nur von Auftrag zu Auftrag denken. Experten der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) helfen den Betrieben, auch in Zukunft erfolgreich zu sein. "Wir beraten die Unternehmen, damit sie wettbewerbsfähig und als Arbeitgeber attraktiv bleiben", erklärt Ralph Angerstein vom INQA-Netzwerk in Sachsen-Anhalt.

Der zunehmende internationale Wettbewerb, der demografische Wandel und der rasante Strukturwandel wirbeln die Arbeitsbedingungen durcheinander. Die INQA will den Unternehmen helfen, mit diesen neuen Anforderungen in der Arbeitswelt umzugehen. Seit 2002 gibt es die gemeinsame Initiative, die unter anderem vom Zentralverband des Deutschen Handwerks und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ins Leben gerufen wurde.

In Sachsen-Anhalt haben sich erste Themen-Netzwerke 2012 gegründet. Mithilfe verschiedener Experten sollen Unternehmen fit gemacht werden. Die Erstberatung ist kostenlos. Danach sind pro Beratungstag rund 200 Euro fällig. "Es geht darum, das, was ohnehin Thema ist, bewusster zu machen", erklärt Angerstein. Der Unternehmens-Check soll helfen, den Alltag zu überdenken. Und er soll konkrete Anregungen liefern, wie dieser neu gestaltet werden kann. Themen des Checks sind unter anderem Führung, Kundenpflege, Organisation, Unternemenskultur und Personalentwicklung.

Schirmherr der INQA ist der ehemalige Minister für Landesentwicklung und Verkehr von Sachsen-Anhalt, Karl-Heinz Daehre. "Wir haben in Sachsen-Anhalt einen Mittelstand, der mit Problemen behaftet ist", sagt Daehre. "Der Unternehmer hat im Alltag keine Zeit, in Netzwerke vorzudringen. Dabei ist das heute sehr wichtig."

Im Mittelpunkt steht das Wohl der Arbeitnehmer. Wenn Mitarbeiter zufrieden sind und Freude an der Arbeit haben, arbeiten sie motiviert und produktiv, ist sich Schirmherr Daehre sicher. Die Initiative hilft mit ihrer Beratung, die Arbeitsbedingungen dahingehend zu gestalten.

"Wir sind jetzt eine richtige kleine Familie", sagt Monika Scheibe, die mit ihrem Unternehmen Repro-Center aus Magdeburg die Beratung der INQA in Anspruch genommen hat. Die Stimmung unter ihren neun Angestellten sei nach der externen Betrachtung besser. Auch die Bindung zum Kunden habe sich, etwa durch die Einführung von Namensschildern, verbessert. "Jedes Jahr wird der Wettbewerb härter", gesteht Scheibe. "Diese Beratung hat das Licht auf Themen geworfen, die im Alltag sonst untergehen", so Scheibe. Zurzeit befinden sich nach Angaben der Initiative 25 Betriebe in diesem Beratungsangebot.

Ansprechpartner für die INQA in Sachsen-Anhalt ist das Institut für zukunftsorientierte Arbeitsgestaltung (IZAG). Es ist auch Initiator für die neue Fachgruppe Europa-Chancen zur Fachkräftesicherung, die sich am 4. August in Wernigerode zur ersten Sitzung trifft. Das Forum will Anlaufstelle für das Lernen im europäischen Wirtschaftsraum sein. Das Ziel sei, Fachkräfte zu binden.

www.izag-gmbh.eu