Magdeburg l Obwohl die Sommerferien in Sachsen-Anhalt erst ein paar Tage alt sind, locken die Einzelhändler schon mit dem Sommerschlussverkauf. Rabatte von bis zu 70 Prozent sollen die Lager leeren und Platz für die kommende Herbstmode machen. Seit Jahren stellen Branchenbeobachter fest, dass die Preisreduzierungen immer früher beginnen. "In diesem Jahr sind die Preise schon vor Beginn der Sommerferien gefallen", sagt Gabriele Emmrich von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.

Bei sommerlichen Temperaturen sollen vor allem Textilien den Umsatz in die Höhe treiben. Preissenkungen gibt es beispielsweise bei typischer Sommerkleidung wie leichten Hosen, Blusen, T-Shirts oder Tops. "Bei schlechtem und kühlem Wetter machen Sommerklamotten keinen Spaß", erklärt Knut Bernsen, Geschäftsführer des Handelsverbands Sachsen-Anhalt. Wegen des schönen Wetters hätten die Kunden bereits einiges an Sommerkleidung gekauft. Der Sommerschlussverkauf ist laut Bernsen immer noch ein wichtiger Termin für Händler und Kunden. "Alle sind darauf eingestellt." Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet damit, dass bis zu 70 Prozent der Händler teilnehmen.

Die Einzelhändler hoffen, dass sich der positive Verkaufstrend fortsetzt. Die Deutschen sind laut Marktforschung in bester Konsumlaune: Die gute Konjunktur und der stabile Arbeitsmarkt ließen die Stimmung der Verbraucher für den Juli - in Verbindung mit dem Rekord-Zinstief und der geringen Sparneigung - auf das höchste Niveau seit siebeneinhalb Jahren steigen. "Sommerschlussverkauf und Sommerferien passen wunderbar zueinander", sagt Rolf Lay, Vorsitzender Einzelhandel der Interessengemeinschaft Innenstadt Magdeburg. "Wir sind bisher mit dem Verkauf zufrieden und gehen davon aus, dass das so bleibt", so die Managerin des Allee-Centers in Magdeburg, Margaret Stange-Gläsener.

Streng genommen gibt es den Sommerschlussverkauf nicht mehr. Vor zehn Jahren fiel das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb weg. Es hatte Rabattaktionen auf zwei Wochen im Winter und im Sommer beschränkt. Seit 2004 darf der Einzelhandel theoretisch jederzeit mit Schlussverkäufen werben. Um die Kunden nicht zu verwirren, haben die Handelsverbände ihre Mitglieder aber dazu aufgerufen, an den ursprünglichen Terminen festzuhalten. Doch seit Jahren stehen die "Sale"-Schilder früher in den Schaufenstern.

"Die meisten halten sich nicht mehr an diesen Zeitraum", ist Wolfgang Tonke aufgefallen. Seit Jahrzehnten betreibt er in der Stendaler Altstadt ein Modegeschäft.

Kunden sollten nicht nur wegen eines Rabattes ein Produkt kaufen, empfiehlt die Verbaucherzentrale Sachsen-Anhalt. Preise sollten verglichen werden. Zudem weist Gabriele Emmrich darauf hin, dass Gewährleistungsansprüche auch auf reduzierte Ware gelten. "Reduzierte Preise heißt nicht reduzierte Rechte", so Emmrich.