London (dpa) l Der Bezahlsender Sky Deutschland wechselt gemeinsam mit seiner italienischen Schwester Sky Italia innerhalb des Murdoch-Imperiums den Besitzer. Medienmogul Rupert Murdoch, der in den USA eine 80-Milliarden-Dollar-Übernahme von Time Warner plant, bündelt seine Pay-TV-Aktivitäten unter dem Dach des britischen Medien- und Telekommunikationskonzerns BSkyB.

Bisher gehörten Sky Deutschland zu 57 Prozent und Sky Italia zu 100 Prozent zu Murdochs US-Konzern 21st Century Fox. Der US-Konzern kontrolliert wiederum BSkyB und hält dort mit 39,1 Prozent das mit Abstand größte Aktienpaket.

BSkyB bezahlt für beide Sender 4,9 Milliarden Pfund (rund 6,2 Mrd. Euro) aus Barmitteln, wie das Unternehmen am Freitag in London mitteilte. Das Geschäft hat einen wohl erwünschten Nebeneffekt: Beobachter gehen davon aus, dass die flüssigen Mittel, auf denen bisher BSkyB saß, damit für Murdochs Time-Warner-Transaktion nutzbar werden.

BSkyB hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/2014 einen Umsatz von 7,6 Milliarden Pfund erzielt, sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Konzern versorgt nach eigenen Angaben 20 Millionen Kunden in fünf Ländern mit Fernsehprodukten sowie Breitband und Telefon. Mit Deutschland, Italien und Großbritannien bedient BSkyB nun drei der vier größten Märkte in Europa.

In den USA hat Murdoch eine viel größere Transaktion vor Augen. Der 83 Jahre alte Medienmogul, der in Großbritannien wegen der Abhöraffäre bei seinen Zeitungen in die Kritik geraten war, hat angekündigt, er wolle für rund 80 Milliarden Dollar den Medienkonzern Time Warner kaufen. Damit fielen ihm etwa auch der Nachrichtensender CNN und die Filmstudios Warner Bros. in die Hände.