Zur Person:

Katharina Elwert wuchs in Jena auf und studierte in Berlin Agrarwissenschaft. Danach arbeitete sie im Referat Agrarpolitik in der FDP-Bundestagsfraktion. Sie ist verheiratet, lebt in Nauendorf bei Halle und hat drei Kinder. (dpa)

Magdeburg (dpa) l Beim Landesbauernverband Sachsen-Anhalt gibt es einen Wechsel an der Spitze. Katharina Elwert (40) tritt am 1. August ihr Amt als Hauptgeschäftsführerin an. Sie löst Fritz Schumann ab, der den Verband zwölf Jahre leitete und das Rentenalter erreicht hat.

Sie führen in wenigen Tagen die Geschäfte im Verband. Was werden Sie verändern? Ich habe in den zurückliegenden Wochen die Kreise bereist, um die Strukturen und den Verband kennenzulernen. Ich habe ein gut bestelltes Feld vorgefunden und werde an der Verbandsarbeit nichts grundlegend ändern. Verbesserungswürdig sind der Informationsfluss und die Kommunikation unter den Kreisverbänden. Auch um neue Mitglieder will ich werben.

Sachsen-Anhalt ist ein typisches Agrarland. Sind die Betriebe hier gut aufgestellt? Ja, unbedingt. Es gibt eine gesunde Mischung aus Klein-, Mittel- und Großbetrieben, die wirtschaftlich gut dastehen. Im Vergleich zu anderen Bundesländern spielt die Tierhaltung keine so große Rolle. Aber das hängt mit den guten Böden zusammen, auf denen Getreide und Zuckerrüben hervorragend gedeihen.

Bilder von erschlagenen Ferkeln - auch in Ställen Sachsen-Anhalts - haben die Menschen erschüttert. Wie würden Sie gegen solche Zustände vorgehen? Notfalls sollte solchen Betrieben die Haltung von Tieren verboten werden. Sind mehr gesunde Ferkel als Zitzen vorhanden, finden sich andere Lösungen. Zum Beispiel könnten die Jungtiere zu einer anderen Sau gegeben werden, die vielleicht weniger Ferkel hat. Zeichnet es sich aber ab, dass ein Tier schwach oder krank ist und die nächsten Stunden nicht überlebt, sollte es getötet werden, um das Leiden zu verkürzen. Das ist gesetzlich so geregelt. Ein erfahrener Bauer erkennt, ob ein Tier überlebensfähig ist.