Magdeburg l Obwohl die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt wächst, fällt es Langzeitarbeitslosen schwer, einen Job zu finden. Zwischen Mai 2013 und April 2014 bekamen monatlich im Schnitt nur 15 von 1000 Langzeitarbeitslosen eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Das teilte die Arbeitsagentur in Halle am Dienstag mit.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 7700 Langzeitarbeitslose in Arbeit vermittelt worden, viele allerdings nur in Aushilfsjobs im Handel, bei Logistikfirmen und im Reinigungsgewerbe. "Für viele ist das nach langer Arbeitslosigkeit ein erster und wichtiger Schritt in den Arbeitsmarkt", so Arbeitsagentur-Chef Kay Senius. "Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich aus Helfertätigkeiten in diesen Berufen nur schwerlich stabile Erwerbsbiografien entwickeln." Senius begrüßt deshalb, dass die Bundesregierung Arbeitgebern längerfristig Lohnzuschüsse zahlen will, wenn sie Langzeitarbeitslose einstellen. In schwächeren Regionen mit kleinteiliger Betriebsstruktur, wie es sie vielerorts in Sachsen-Anhalt gibt, würden Lohnzuschüsse aber nicht ausreichen.

Senius unterstützt deshalb politische Forderungen, weiterhin öffentlich geförderte Beschäftigung anzubieten. "Ich würde es begrüßen, wenn Alternativen zur auslaufenden Bürgerarbeit geschaffen werden", so der Arbeitsagentur-Chef. Bereits jetzt könnten die Länder im Rahmen der ESF-Förderung Beschäftigungsperspektiven für Langzeitarbeitslose flankieren, erklärte Senius. Etwa durch die Finanzierung längerer Betriebspraktika oder durch die Förderung von Integrationscoaches in Betrieben, die sich speziell um neu eingestellte ehemalige Langzeitarbeitslose kümmern und sie begleiten.