Frankfurt/Main (dpa) l Nach jahrelangen Vorbereitungen auf das einheitliche europäische Zahlungsverfahren Sepa ist es soweit: Vom heutigen Freitag an dürfen Unternehmen und Vereine Lastschriften und Überweisungen in Euro nur noch im Sepa-Format tätigen. Wer noch nicht umgestellt hat, muss mit Gebühren der Bank rechnen. Für Verbraucher gilt eine längere Frist: Sie dürfen noch bis zum 1. Februar 2016 ihre bisherige Kontonummer und Bankleitzahl nutzen.

Die für Lastschriften nötige Gläubiger-ID (Identifikationsnummer) wurde nach Angaben der Bundesbank vom Donnerstag in Deutschland bisher 1.450.950 Mal vergeben. Da es bundesweit 3,6 Millionen Unternehmen und knapp 600.000 Vereine gibt, scheint das wenig.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich die Bundesbank zuversichtlich geäußert, dass die Umstellung auf Sepa in Deutschland weitgehend abgeschlossen sei. Im Juni 2014 wurde nach Angaben der Notenbank für 92,7 Prozent aller Überweisungen in Deutschland das neue Verfahren genutzt. Bei den Lastschriften lag der Sepa-Anteil bei 84 Prozent.

Der Euro-Zahlungsverkehrsraum Sepa (Single Euro Payments Area) umfasst 34 Länder, darunter die 28 EU-Staaten. Ziel ist, Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen grenzüberschreitend zu standardisieren und so zu beschleunigen.