Am Anfang war die Idee, nun gilt es, etwa daraus zu machen, nämlich ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept. Der jährliche Businessplanwettbewerb des Landes begleitet kreative Jungunternehmer auf diesem Weg. Derzeit nutzen 119 Gründer diese Hilfen. In Phase eins wurden jetzt die besten Ideen ausgezeichnet.

Magdeburg. Sara Gramann, Sebastian Stolze und Jenifer Horst gewannen den ersten Preis in der Kategorie Kreativwirtschaft. Was allerdings hinter ihrem Projekt "vorlautfilm" steckt, wollten sie nicht preisgeben. "Damit uns keiner in die Quere kommt", sagten sie.

Yvonne Lücke, die den ersten Preis in der Sparte Soziales für die Vitopia eG in Empfang nahm, berichtete dagegen gern: Im Magdeburger Herrenkrugpark in unmittelbarer Nähe von Herrenkrug-Hotel und Hängebrücke hat die Genossenschaft einen seit Jahren leerstehenden Gebäudekomplex gekauft, der früher eine Gärtnerei war. Die Enthusiasten haben damit begonnen, die Gebäude zu entkernen und ökologisch zu sanieren. Im Sommer will Vitopia dort ein Café eröffnen, in dem selbstgebackener Kuchen mit Zutaten aus ökologischem Landbau sowie Kaffee aus fairem Handel serviert werden.

Im nächsten Schritt soll in dem Komplex eine Fahrradherberge entstehen, und dann ist noch ein Wohnbereich mit vier Wohneinheiten geplant. Im einstigen Überwinterungshaus für Pflanzen wird ein Seminarraum eingerichtet – für Veranstaltungen mit umweltpädagogischer Ausrichtung – erklärte Yvonne Lücke. Für das Gesamtvorhaben stecken sich die derzeit 20 Vitopia-Mitglieder einen Zeitrahmen von fünf Jahren.

In der Kategorie Technologie hat das junge Unternehmen Innovative Techno Plus AG mit Büro in Magdeburg und Produktion in Barleben die Siegprämie abgeräumt. "Es geht um die Multifunktionalität von Arenen", erklärte Carsten Wenske. Nach einem Fußballspiel beanspruchter Rasen soll seine nötige Erholungsphase bekommen und die Arena trotzdem weiter genutzt werden können. Dazu wird der Rasen komplett von der Spielfläche in einen Regenerie- rungsraum gefahren und dort der spezielle "No Sunlight"-Rasen mit künstlichem Licht versorgt. Die nächste Lage regenerierter Rasen kommt aus dem Raum aufs Spielfeld. Für Konzerte beispielsweise könne dann der Rasen komplett beiseite geschoben und künstlicher Boden genutzt werden, so Wenske.

Auch das System für genau dosierte vollautomatische Bewässerung und Düngung über eine spezielle Trägeranlage ist neu. "Wir bauen im nächsten Monat im Barleber Hasenwinkel eine Teststrecke mit den Maßen der Münchner Allianz-Arena", kündigte Wenske an. Im Juli soll sie mit Fußballprominenz eingeweiht werden.

Christian Reinboth will jungen Leuten Lust auf Museen machen. Für seine Geschäftsidee MuseumsWorx haben ihm die Juroren den ersten Preis in der Sparte Service zugedacht. 2006 ist der junge Mann schon mit HarzOptics (optische Nachrichtentechnik) beim Businessplanwettbewerb erfolgreich gewesen. Das Wernigeröder An-Institut hat sich etabliert. "Der Businessplanwettbewerb ist eine optimale Begleitung. Da kann ich feststellen, ob es sinnvoll ist, die Idee zu realisieren, was die Experten davon halten und welche Schwächen sie im Konzept entdecken", so Reinboth.

Sein Ziel: Er will junge Leute, die über Zeitungen und Zeitschriften nicht für kulturelle Themen zu erreichen sind, dort abholen, wo sie kommunizieren und wo sie sich der Informationen bedienen, nämlich im world wide web. Dabei geht es nicht nur um klassische Internetpräsentationen der Museen, sondern in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder studiVZ.

Im Bereich Wissenschaft überzeugte Ricky Flach mit der Prophyacademy die Juroren. Er will Kliniken für deren Personal ein Weiterbildungstool an die Hand geben. Spezielle Mundhygiene soll dazu beitragen, dass Krebspatienten nicht noch kranker werden, erklärte er. "Chemotherapie und Bestrahlung führen dazu, dass sich die Mundschleimhäute entzünden. Das kann so weit gehen, dass die Patienten keine Nahrung mehr aufnehmen können", so Flach.

Deshalb müsse schon vor der Chemotherapie eine professionelle Mundhygiene beginnen. Mit Hilfe des Weiterbildungswerkzeugs sollen die Pflegekräfte zielgerichtet und ohne großen Aufwand auf diese Aufgabe vorbereitet werden. "Es gibt Kliniken in Sachsen-Anhalt, die das Problem erkannt haben und es angehen wollen", sagte Ricky Flach.

Für ihre Ideenpapiere bekamen die fünf Sieger je 1000 Euro. In Phase zwei geht es um den kleinen Businessplan. Dann gibt es für die Sieger jeweils 2000 Euro. Abgabetermin ist der 25. Februar. Auch Gründer, die in Phase eins nicht dabei waren, können sich beteiligen. Alle Teilnehmer profitieren von Schulungen und vom Austausch mit Unternehmern. Sie erhalten eine Bewertung der eingereichten Unterlagen, in denen die Juroren Stärken und Schwächen aufzeigen. Informationen unter www.egobusiness.deMeinung