New York (AFP) l Zwei brasilianische Konzerne haben überraschend für den US-Bananenhändler Chiquita geboten und stören damit die geplante Mega-Fusion zwischen Chiquita und dem irischen Bananenhändler Fyffes. Cutrale, das gleichnamige Unternehmen des "Orangenkönigs" José Luís Cutrale, und die Investmentbankgruppe Safra, die dem Geschäftsmann und Milliardär Joseph Safra gehört, bieten 611 Millionen Dollar (457 Millionen Euro) für Chiquita. Für die Aktionäre bedeutet dies einen Preis von 13 Dollar pro Anteilsschein, ein Aufschlag von 29 Prozent auf den am Freitag an der Wall Street gehandelten Kurs von Chiquita.

Das Angebot sei "ganz klar besser für die Chiquita-Aktionäre als die Fusion mit Fyffes", erklärten Cutrale und Safra. Die Chiquita-Geschäftsführung erklärte, sie werde das Angebot "aufmerksam" prüfen und sich bald dazu äußern. Allerdings glaube Chiquita nach wie vor an die "strategischen Vorteile und den Mehrwert" einer Fusion mit Fyffes.

Die Mega-Fusion auf dem Bananenmarkt war im März verkündet worden. Chiquita und Fyffes mit der Marke Sol gehören jetzt schon - mit Fresh Del Monte aus den USA und Dole Food - zu den vier größten Bananenhändlern der Welt. Zusammen erwirtschaften sie einen Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro). Der Aktienkurs von Chiquita war nach der Ankündigung um rund 17 Prozent abgesackt.

Cutrale produziert Früchte, ist aber vor allem bekannt für seinen Orangensaft. Nach eigenen Angaben beherrscht der Konzern ein Drittel des weltweiten Marktes, dessen Umsatz auf rund fünf Milliarden Dollar geschätzt wird. Safra verwaltet nach eigenen Angaben ein Vermögen von 200 Milliarden Dollar weltweit. Gründer Joseph Safra ist Eigentümer der Safra National Bank of New York, der Banco Safra in Brasilien und der Bank Jacob Safra in der Schweiz. Er besitzt zudem Immobilien und landwirtschaftliche Flächen.

Die Fusion zwischen Chiquita und Fyffes sollte Ende des Jahres abgeschlossen sein. Sollte sie nicht über die Bühne gehen, müsste Chiquita Fyffes fünf Millionen Dollar Entschädigung zahlen. An der Börse von New York stieß das Angebot aus Brasilien auf Begeisterung: Der Kurs schnellte am Montag um rund 30 Prozent nach oben.