Magdeburg l Volksstimme-Reporter Dominik Bath sprach mit dem 3D-Druck-Experten Rainer Gebhardt vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Was bedeuten 3D-Drucker für die Zukunft im Maschinenbau?
Rainer Gebhardt: Ein Schlüsselfaktor für die Branche ist, dass es künftig die Möglichkeit gibt, Teile ohne Werkzeug zu fertigen. Mittelfristig ist die 3D-Druck-Technik eine ernstzunehmende Ergänzung zu den herkömmlichen Fertigungsverfahren. Der 3D-Druck ermöglicht den Herstellern die Fertigung von Prototypen, individuellen Bauteilen und auch Geometrien, die heute noch vergleichsweise teuer oder sogar nicht herzustellen sind. Da wird es künftig einen Markt geben.

Hat der 3D-Druck das Potenzial die industrielle Fertigung zu ersetzen?
Bedingt, denn Design und Geometrie sind häufig nur ein Bruchteil der Ingenieurleistung. Eigenschaften wie Verschleißfestigkeit, Bruchfestigkeit und Verformungseigenschaften sind Merkmale, die sich nicht einfach mit einer Daten-File und etwas Kunststoff- oder Metallpulver erzeugen lassen.

In ferner Zukunft könnte jeder Haushalt einen 3D-Drucker haben. Welche Möglichkeiten ergeben sich dadurch?
Wir können einfach Dinge ausdrucken. Das können gewisse Ersatzteile sein, aber auch, beispielsweise, individuelle Serviettenhalter für die Geburtstagsparty. Da ergeben sich Freiräume, die auch Potenzial für den Maschinen- und Anlagenbau bieten.