Berlin/Frankfurt (dpa) l Die ungelösten Tarifkonflikte bei Bahn und Lufthansa machen die Reiseplanung zum Ende der Sommerferien kompliziert.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mobilisierte ihre Mitglieder am Mittwoch bei einem Aktionstag in Fulda. "Wir sind dazu gezwungen zu streiken, wenn wir keine anderen Angebote von der Arbeitgeberseite bekommen", sagte dort der Vorsitzende Claus Weselsky.

Auch bei der Lufthansa sind Piloten-Streiks noch nicht vom Tisch. Zwar kehren Vertreter des Unternehmens und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit am heutigen Donnerstag wieder an den Verhandlungstisch zurück. Es geht um neue Regeln für die Übergangsrente der 5400 Kapitäne und Co-Piloten. Bislang erhielten sie in der Regel ein Jahreseinkommen von 124 000 Euro brutto bis zur gesetzlichen Rente. Im Schnitt gehen die Lufthansa-Piloten mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das durchschnittliche Eintrittsalter schrittweise auf 61 Jahre erhöhen. Die Gewerkschaft hält dagegen, als die Piloten bei Lufthansa angefangen hätten, hätten sie per Arbeitsvertrag die Möglichkeit gehabt, ab dem 55. Lebensjahr aus dem aktiven Flugdienst auszuscheiden. Die Flugkapitäne halten an ihren Planungen für einen Ausstand aber fest.

Auch die Lokführer sind zum Streik bereit. "Wann es losgehen kann, entscheidet schlussendlich unsere Geduld und die Frage, ob die Bahn sich bewegt", sagte Weselsky. Die GDL fordert in der laufenden Tarifrunde fünf Prozent mehr Lohn und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit.

In der Tarifrunde ist auch die Form der Zusammenarbeit der GDL mit der Eisenbahn und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ein Thema. Die Lokführergewerkschaft will auch für andere Bahn-Beschäftigte verhandeln und damit der mitgliederstärkeren EVG Konkurrenz machen.