Halle (dpa) l Die Sommerflaute hat in Sachsen-Anhalt zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Im August waren 121226 Menschen ohne Job, 864 mehr als im Juli, wie die Arbeitsagentur am Donnerstag in Halle mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr waren es aber 6207 weniger. Die Arbeitslosenquote blieb mit 10,3 Prozent stabil und lag 0,5 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres.

"Trotz des Anstiegs ist der Arbeitsmarkt in einer robusten Verfassung, im Herbst wird die Quote unter 10 Prozent liegen", sagte Lutz Mania, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Unternehmen müssen mehr Verantwortung übernehmen

Viele Schulabgänger hätten sich vor Ausbildungsbeginn arbeitslos gemeldet, und die Unternehmen warteten bei Einstellungen häufig das Ende der Sommerferien ab. Außerdem liefen zur Sommerpause viele befristete Arbeitsverhältnisse aus.

DGB-Landeschef Udo Gebhardt zeigte sich angesichts des Anstiegs der Arbeitslosigkeit enttäuscht. Dieser sei nicht allein mit saisonalen Effekten zu erklären. "Wenn sich junge Leute nach Ausbildungsabschluss arbeitslos melden und Arbeitgeber sich mit Neueinstellungen zurückhalten, dann stimmt etwas nicht", sagte er. Zur Ausbildung und Sicherung von Fachkräften müssten die Unternehmen mehr Verantwortung übernehmen.

Gebhardt bezeichnete den wachsenden Anteil von Langzeitarbeitslosen als besorgniserregend. Nach Angaben der Agentur waren im August 46639 Frauen und Männer länger als ein Jahr ohne Job. Damit lag ihr Anteil bei 38,5 Prozent, im August 2013 waren es 36,2 Prozent.

44.000 weniger Jobsuchende als im Vorjahr

Bei der Arbeitslosenquote liegt Sachsen-Anhalt laut Agentur im Ländervergleich gleichauf mit Mecklenburg-Vorpommern an drittletzter Stelle. Die Quote ist nur in Bremen und Berlin höher.

Deutschlandweit verharrt die Zahl der Arbeitslosen derzeit auf einem Rekordtief. Mit 2,902 Millionen lag die August-Arbeitslosigkeit in Deutschland so tief wie zuletzt im Jahr 1991, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Daten der BA hervorgeht. Wegen der Sommerflaute und der späten Sommerferien in diesem Jahr stieg die Zahl der Jobsucher zwar um 30.000 an; im Vergleich zum Vorjahr waren es aber 44.000 weniger.

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