Frankfurt/Main (dpa) l Auch nach dem Ende des Pilotenstreiks bei Germanwings müssen Passagiere des Lufthansa-Konzerns weiter bangen. Der Konflikt zwischen den Piloten und der Airline ist nicht ausgestanden und droht zu eskalieren. Über konkrete Schritte wollte sich die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Freitag zunächst nicht äußern, sie schloss aber nicht aus, dass die Streiks am Wochenende auf die Mutter Lufthansa ausgeweitet werden könnten. Konkrete Streikaktionen wurden bislang aber nicht angekündigt. Bereits am Freitag mussten Tausende Passagiere von Germanwings ihre Reisepläne ändern.

Die Piloten des Billigfliegers hatten wie angekündigt am frühen Morgen die Arbeit niedergelegt, um größere Einschnitte bei ihren Vorruhestandsregelungen zu verhindern.

Am Freitag strich Germanwings bis 12 Uhr 116 von 164 Flügen. Von den Ausfällen waren nach Schätzungen der Fluggesellschaft rund 15 000 Passagiere betroffen. Sie konnten ihre Flüge kostenlos umbuchen oder auch stornieren lassen. Begonnen hatte der Streik um 6 Uhr.

Die Lufthansa appellierte an die Pilotengewerkschaft, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Durch einen Streik ist noch kein Tarifkonflikt gelöst worden", sagte ein Lufthansa-Sprecher auf Anfrage. Am Donnerstag waren die Verhandlungen über eine Lösung der strittigen Fragen über den Vorruhestand der 5400 Piloten bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo gescheitert.

Im Schnitt gehen Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das durchschnittliche Eintrittsalter schrittweise auf 61 Jahre erhöhen. Die aktuelle Regelung zur Übergangsrente will die Airline bis 2016 beibehalten, um ausreichend Zeit für Verhandlungen zu haben.

Lufthansa erwartet nach eigenen Angaben von VC einen konkreten Vorschlag zur Neuregelung der Übergangsrente. Die Gewerkschaft habe einen Vorschlag zur Kostendeckung angekündigt, aber bisher nicht vorgelegt. VC wirft Lufthansa im Gegenzug vor, die seit Monaten anhaltenden Verhandlungen um immer neue Themen zu erweitern und dadurch auf Zeit zu spielen.

Von dem Pilotenstreik bei Germanwings waren Flüge in die Urlaubsgebiete am Freitag nicht betroffen. Die Airline habe dafür unter anderem Piloten eingesetzt, die normalerweise im Management tätig seien, teilte Germanwings mit. Darüber hinaus seien auch Maschinen bei anderen Fluggesellschaften angemietet worden.

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