Geschäftsfakten, Aktionäre und Börsengänge
Die größten fünf Anteilseigner: die schwedische Investmentgesellschaft AB Kinnevik(36 Prozent); der Global Founders Fund der Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer (17 Prozent); der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen (10 Prozent), der Risikokapitalgeber DST Europe des russischen Investors Yuri Milner (8 Prozent), der Risikokapitalgeber Holtzbrinck Ventures (8 Prozent).

Fakten zum Unternehmen: Zalando schaffte es im vergangenen Quartal in die schwarzen Zahlen mit einem Nachsteuergewinn von 29 Millionen Euro. Zuvor hatte der Modehändler schon jeweils in den Weihnachtsquartalen 2012 und 2013 kurz den Fuß in die Gewinnzone gesetzt.

In den vergangenen zwölf Monaten gab es pro aktiven Kunden im Schnitt 2,77 Bestellungen. Als aktiver Kunde gilt bei Zalando jeder, der binnen zwölf Monaten mindestens eine Bestellung abgibt. Im zweiten Quartal gab es 10,4 Millionen Bestellungen. Die durchschnittliche Warenkorb-Größe lag nach Abzug von Stornierungen bei 65,7 Euro.

Große Börsengänge in Deutschland: Im November 1996 die Deutsche Telekom mit der T-Aktie. Bei der ersten Tranche spülte die T-Aktie einen Erlös von 10 Milliarden Euro in die Kassen, es folgten zwei weitere Tranchen. Es folgte die Deutsche Post (5,8 Milliarden Euro), die Telekom-Tochter T-Online (3 Mrd. Euro) und der Halbleiterhersteller Infineon (5,4 Mrd. Euro). 2004 folgt die deutche Postbank (1,55 Mrd. Euro), 2005 Sky Deutschland (1,2 Mrd. Euro) (dpa)

Berlin/Frankfurt (dpa) lDer schnell wachsende Mode-Händler Zalando will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Ein genauer Termin wird allerdings noch nicht genannt. Zalando will 10 bis 11 Prozent am Unternehmen auf den Markt bringen. Es gab zunächst auch keine Hinweise darauf, wie teuer die Aktien werden sollen.

"Abhängig vom Börsenumfeld" solle die Aktienplatzierung im zweiten Halbjahr 2014 über die Bühne gehen, teilte die Zalando SE am Mittwoch in Berlin mit. Kurz davor hatte bereits das "Handelsblatt" von der geplanten Ankündigung berichtet.

Die Verhandlungen über die Höhe des Emissionsvolumens hätten bis in die Abendstunden am Dienstag angedauert, schrieb das "Handelsblatt" weiter. Finanzkreisen zufolge könne es bis zu 750 Millionen Euro betragen, berichtete die Zeitung. Nach bisherigen Informationen wollte Zalando beim Börsengang eine Gesamtbewertung von bis zu fünf Milliarden Euro anstreben.

So hieß es am Mittwoch von Insidern auch, ein Emissionsvolumen von etwa 500 Millionen Euro sei realistischer. Mit dem ersten Handelstag an der Börse sei gemessen an typischen Abläufen nicht vor Anfang Oktober zu rechnen.

Die Haupteigentümer von Zalando sind nach aktuellen Angaben die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik mit rund 36 Prozent und die Internetinvestoren Oliver, Marc und Alexander Samwer mit 17 Prozent. Den Samwer-Brüdern gehört die Startup-Schmiede Rocket Internet, die laut Medienberichten ebenfalls noch im Herbst einen Börsengang ankündigen will. Auch dort wird über einen angepeilten Marktwert von bis zu fünf Milliarden Euro spekuliert.

Die großen Zalando-Aktionäre wollen an Bord bleiben und bei dem Börsengang keine Aktien verkaufen. "Geplant ist die Ausgabe von neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung", hieß es. Im Juli besorgte sich Zalando zudem eine Kreditlinie über 200 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren. "Der Gang an die Börse ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung von Zalando", erklärte Zalando-Vorstandsmitglied Rubin Ritter.

Zalando hatte mit kostenlosen Retouren und einer einprägsamen Werbekampagne ("Schrei vor Glück!") schnell Marktanteile gewonnen. Zuletzt gab es 13,7 Millionen Kunden.Zalando schaffte es nach Anlaufverlusten zuletzt in die schwarzen Zahlen. Im zweiten Quartal gab es vor Zinsen, Steuern und Ausgaben für Mitarbeiteraktien einen Gewinn von 35 Millionen Euro. Unterm Strich kam ein Gewinn von 29 Millionen Euro heraus. Im Vorjahresquartal hatte Zalando noch 33,5 Millionen Euro Verlust gemacht. Die erstmals veröffentlichten ausführlichen Zahlen enthüllten, dass Zalando auch schon 2012 und 2013 jeweils im Schlussquartal mit dem Weihnachtsgeschäft kleine Gewinne von 200000 Euro und 12,4 Millionen Euro erzielt hatte.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz macht Zalando mit 57 Prozent den Großteil des Geschäfts. In der deutschsprachigen Region ist das Unternehmen auch deutlich profitabler. Im ersten Halbjahr lag die operative Marge im deutschsprachigen Markt bei 3,8 Prozent gegenüber 0,3 Prozent im gesamten Geschäft.