Berlin (epd) l Die Chefs mehrerer großer Krankenkassen geben den Unternehmen eine Mitschuld an der Zunahme von Burnout-Erkrankungen und Depressionsfällen. Die Vorstandsvorsitzenden der Barmer GEK, der Techniker Krankenkasse (TK) und der Kaufmännischen Krankenkasse KKH forderten die Unternehmensführungen zu einer Stärkung der Gesundheitsvorsorge auf. Barmer-Chef Christoph Straub sagte der "Welt am Sonntag", auch ein Gesetz könne "durchaus hilfreich sein, wenn es Arbeitgeber zwingt, Arbeitnehmern das Recht auf Ruhepausen zuzugestehen".

Nach einem Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK summierten sich allein die Fehltage deutscher Arbeitnehmer wegen des Burnout-Syndroms im Jahr 2011 auf 2,7 Millionen. Die Zahl psychischer Erkrankungen sei seit 1994 um 120 Prozent gestiegen. Der DGB erneuerte seine Forderung nach einer Anti-Stress-Verordnung.