Düsseldorf (dpa) l Die Verbraucherzentrale NRW fordert Strompreissenkungen in der sogenannten Grundversorgung, über die bundesweit mehr als ein Drittel der Haushalte ihren Strom beziehen. Der Stromeinkauf der Unternehmen an der Börse sei seit 2010 im Branchenschnitt um ein Viertel billiger geworden. Viele Versorger hätten dies aber nicht ausreichend an die Kunden weitergegeben, kritisierte die Verbraucherzentrale am Donnerstag in Düsseldorf. Die Verbraucherschützer schlagen vor, die Versorger mit einer Änderung der einschlägigen Verordnung künftig zur schnelleren Weitergabe von sinkenden Kosten zu zwingen.

Die NRW-Verbraucherschützer hatten in einer Langzeituntersuchung die Strompreise aller 106 Grundversorger in NRW zwischen Ende 2010 und Juni 2014 verglichen und dabei sämtliche Steuern und staatliche Abgaben herausgerechnet. Das Ergebnis: Die von den Versorgern selbst beeinflussbaren Preisanteile für Einkauf, Vertrieb und Marge seien mit im Schnitt 8,6 Cent pro Kilowattstunde seit Dezember 2010 fast konstant geblieben. Dabei hätten sie wegen der günstigeren Beschaffung eigentlich sinken müssen.

Strom kostet den Bürger aktuell im Bundesdurchschnitt knapp 30 Cent pro Kilowattstunde, 2008 waren es noch 21,4 Cent. Für einen vierköpfigen Haushalt (4000 Kilowattstunden) stiegen damit die Stromkosten von rund 840 auf 1130 Euro im Jahr.