Reifen aus Löwenzahn

Continental kommt bei der Entwicklung von Autoreifen aus Löwenzahn-Kautschuk voran. Auf der Nutzfahrzeug-Messe IAA stellt der Autozulieferer einen Versuchsreifen vor, der nun in Hannover und Schweden getestet wird. In fünf bis zehn Jahren will Conti die Produkte mit Löwenzahn-Kautschuk in Serie produzieren können.

Gewonnen wird der Rohstoff aus der Wurzel einer russischen Löwenzahnsorte. Das Prinzip ist schon aus dem Zweiten Weltkrieg bekannt. Durch spezielle Züchtung entstand aber eine Sorte mit besonders großem Wurzelwerk. Dadurch kann man auf gleicher Fläche eine ähnliche Menge Kautschuk gewinnen wie sonst aus Gummibäumen.

Wie alle Reifenhersteller ist Continental stark abhängig vom Preis für Naturkautschuk. Zuletzt erhöhten die Niedersachsen wegen eines niedrigen Weltmarktpreises sogar ihre Gewinnprognose für 2014 - langfristig rechnet der Konzern aber mit steigenden Preisen. Während der Kautschukbaum in den Tropen wächst, könnte Löwenzahn-Kautschuk auch auf ungenutzten Flächen in gemäßigten Zonen Europas angebaut werden. (dpa)

Hannover (dpa) l Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will freie Fahrt für die umstrittenen Riesenlaster auf deutschen Straßen. "Mein Ziel ist der Regelbetrieb. Wir brauchen die Lang-Lkw auf unseren Straßen", sagte der CSU-Politiker am Donnerstag zum Start der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover. Der Minister betonte außerdem die Bedeutung der Nutzfahrzeugbranche für die Wirtschaft hierzulande. "Wir alle tun sehr gut daran, die Grundlagen für Ihren Erfolg politisch zu begleiten", sagte er vor Managern aus der Fahrzeugindustrie und der Logistikbranche.

Dobrindt warb zudem für seine umstrittenen Mautpläne: "Jeder Euro, der aus der Branche erbracht wird, muss auch wieder in die Straße investiert werden. Das hat Politik in der Vergangenheit nicht immer so gemacht. Ich sage zu: In der Zukunft wird genau das so geschehen." Kritiker monieren neben der zusätzlichen finanziellen Belastung für das Transportwesen, dass eine Maut auf Fernstraßen die kleineren Ausweichrouten überlasten könnte. Staus und Umweltprobleme wären dann eine mögliche Folge.

Die ohnehin oft verstopften Autobahnen sind auch ein Streitpunkt bei den Lang-Lkw. Gegner fürchten, dass die gut 25 Meter langen Lkw mehr Güterverkehr von der Schiene auf die Autobahnen verlagern. Zudem seien die Straßen hierzulande einfach nicht auf XXL-Laster ausgelegt. Die Lkw in Überlänge gefährdeten in den Städten womöglich Fußgänger und Radler stärker als Brummis mit gewöhnlichen Maßen.

Vor kurzem hatte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) einen Zwischenbericht zum laufenden Feldversuch mit den Lang-Lkw vorgelegt. Demnach können zwei Riesenlaster drei reguläre Lkw ersetzen. Sie sind mit ihren 25,25 Metern knapp sieben Meter länger als bisher erlaubt.

Dobrindt zufolge unterstützt der Bericht eine generelle Zulassung der XXL-Laster. "Die Verkehrseffizienz hat einen erheblichen weiteren Beitrag bekommen durch den Lang-Lkw-Versuch." Ladevolumen, Spritverbrauch, Wirtschaftlichkeit - alles spreche für die Neuerung.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) warb für eine ergebnisoffene Bewertung des Lang-Lkw-Versuchs, an dem sich Niedersachsen beteiligt. Innovative Ideen seien wichtig gerade vor dem Hintergrund des teuren Ausbaus der Straßen. "So, wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen." Bund, Länder und Kommunen ringen regelmäßig um Etats für Investitionen ins Straßennetz. Die IAA-Leistungsschau gilt als Weltleitmesse der Lkw- und Busbauer. Die Messe mit mehr als 2000 Ausstellern aus 45 Ländern dauert bis zum 2. Oktober. Meinung

Ein Tagesticket (wochentags) kostet 22 Euro, am Wochenende 13 Euro. Internet: www.iaa.de