An den Börsen haben seit Wochenmitte wieder negative Vorzeichen das Geschehen bestimmt. Analysten führten eine Reihe von Gründen für die Korrektur an: Sorgen um die globale Konjunkturerholung sowie die Krisenherde in Syrien und der Ukraine seien wieder verstärkt in den Mittelpunkt gerückt. Erheblich schwächer als erwartet ausgefallene US-Auftragseingängen im August sowie die Angst vor einer Verschärfung der Geldpolitik taten ihr Übriges, um die Kurse allerorten nach unten purzeln zu lassen. Von hoher Signalwirkung war die Aussage von Mark Carney, dem Chef der britischen Notenbank. Carney sieht die Zeit für Zinserhöhungen näher rücken. Das betrifft zunächst einmal nur die britische Geldpolitik, beunruhigte aber Anleger weltweit. Vor allem mit Blick auf die US-Notenbank fragen sich die Investoren, wann die Leitzinsen wieder steigen. Auch in Europa schwinden zunehmend die Hoffnungen auf weitere geldpolitische Lockerungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Erst die Sitzung am Donnerstag dürfte Klarheit bringen. Nachdem die EZB den Leitzins bereits auf lediglich 0,05 Prozent gesenkt hat, ist ihr Spielraum gering, die lahmende Wirtschaft mit weiteren Zinssenkungen in Schwung zu bringen. Der EZB bleibt jedoch der Kauf von Wertpapieren als wirksame Maßnahme.

Weitere Abwertung des Euro ist sehr wahrscheinlich

Anleger sollten die Geduld nicht verlieren. Die traditionell schwache und meist zudem sehr volatile Börsenzeit von Mai bis September ist bald vorbei, im letzten Quartal eines Jahres kehren in der Regel viele Investoren an die Märkte zurück, die ihr Pulver in den Sommermonaten trocken gehalten haben.

Eine wichtige Rolle in den nächsten Wochen dürfte auch der abgewertete Euro spielen. Zuletzt fiel die europäische Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit 14 Monaten, ein weiterer Verfall ist bei einer Ausdehnung der Geldmenge wegen einer lockeren Geldpolitik wahrscheinlich. Das lockt viele internationale Anleger an, sich zu Schnäppchenkursen mit Aktien einzudecken. Besonders gefragt sind dabei meist deutsche Unternehmen mit üppigen Dividenden wie Daimler, BMW oder Energieversorger wie Eon.