Magdeburg (dpa) l Bei den Gesellenprüfungen im Handwerk in Sachsen-Anhalt ist in diesem Jahr bisher fast jeder vierte Lehrling durchgefallen. Im Bereich der Handwerkskammer Magdeburg lag der Wert nach rund 60 Prozent aller Prüfungen des Sommers bei nahezu 24 Prozent. In der Stadt Halle und dem Saalekreis lag die Durchfallerquote sogar bei rund 29 Prozent.

Am schlechtesten schnitten in Magdeburg dabei die Lehrlinge des Tischlerhandwerks ab. Hier rasselten mehr als die Hälfte der Azubis durch die Prüfung. Dagegen konnten alle Auszubildenden bei den Zimmerern, den Fleischern und den Feinwerkmechanikern im Kammerbezirk als Gesellen freigesprochen werden.

Deutliche Unterschiede in den Gewerken gab es im Kammerbezirk Magdeburg auch mit Blick auf die Gründe für schlechtes Abschneiden. So erwies sich bei den Kfz-Mechatronikern bei den Durchfallern vor allem die Theorie als Stolperstein. Bei 186 abgelegten Prüfungen waren die Anforderungen im theoretischen Teil für 27 Lehrlinge zu hoch. Auch bei den Elektronikern war für die meisten Azubis die Theorie der Grund für das Durchfallen, hier traf es 29 von 87 Prüflingen.

Schwer mit der Praxis taten sich dagegen vor allem die Maler und Lackierer sowie die Beschichter. 13 Prüflinge meisterten die Aufgaben nicht. Insgesamt sind bis zum Stichtag 18. September 760 Prüfungen ausgewertet worden, 581 Azubis wurden zu Gesellen gekürt. 179 Lehrlingen blieb das verwehrt.

In der Stadt Halle und im Saalekreis hatten die Handwerksinnungen bereits im August ihre Absolventen freigesprochen. Mehr als 80 Junghandwerker aus 20 Berufen wurden dabei geehrt. Insgesamt hatten 206 von 290 Azubis die Prüfungen bestanden. 84 Lehrlinge erhielten den Facharbeiterbrief jedoch nicht.