Motorsport in Oschersleben

Auf das Jahr 1959 geht die Gründung des Motorsportclubs Oschersleben (MCO) zurück. Bis 1965 fanden in der Bördestadt Motorcrossrennen statt. 1964 sogar ein Straßenrennen durch die Innenstadt.

Nach fast 20 Jahren Pause gründete sich der MCO 1983 neu. Bis zur Wende fanden mehrfach jährlich auf der Rennstrecke "An den sieben Bergen" Crossrennen statt. Mit dabei war zu dieser Zeit auch der jugendliche Torsten Schubert. Nach der Wende wurde Schubert unter anderem Vizemeisters der Autocross Europameisterschaft.

1997 wurde die Motorsportarena Oschersleben eröffnet. Auf dem knapp 3,7 km langen Rennkurs finden seither unter anderem Rennen der DTM statt.

Seit 2004 baut Schubert in einer Rennsportwerkstatt Rennwagen der GT-3-Klasse mit fünf Beschäftigten. Im Kundenauftrag auch aus den USA und Japan werden jährlich sechs bis sieben Fahrzeuge gefertigt. Stückpreis: 360000 Euro. Ab 2016 sollen in Oschersleben jährlich mehr als 20 Rennfahrzeuge gebaut werden.

Oschersleben l Der symbolische erste Spatenstich im harten Bördeboden war am Montag Schwerstarbeit, den Investor Torsten Schubert gemeinsam mit Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) und anderen Gästen vollzog. Bis Ende 2015 wird an gleicher Stelle - mit schwerem Baugerät - eine Fabrik für BMW-Rennfahrzeuge entstehen - mehrere Werkstatthallen und Lager. 4,6 Millionen Euro wird der BMW-Händler Torsten Schubert (sieben Autohäuser, 290 Beschäftigte, 96 Millionen Euro Jahresumsatz) investieren. Möllring überbrachte gestern einen Fördermittelbescheid in Höhe von 1,68 Millionen Euro.

Seit 2004 baut Schubert Rennwagen in Oschersleben. "Aus einer Werkstatt wird jetzt aber eine richtige Manufaktur", freute sich der Unternehmersohn, André Schubert, neben Ramona Jäger Geschäftsführer der Motosportsparte bei den Schuberts. Um 3,5 Hektar wird das Firmengelände am Stadtrand von Oschersleben erweitert. Damit wird sich die Gesamtfläche des Werkstattkomplexes etwa verdreifachen. Bislang arbeiten fünf Mechaniker in der Werkstatt. Später sollen 26 Mechaniker und zwei Auszubildende mit der Rennwagen-Montage beschäftigt sein.

Schubert baut auf Basis des BMW Z4 (ab etwa 40000 Euro) GT-3-Rennwagen (ab 360000 Euro), bei denen "nicht viel mehr als das BMW-Emblem vom Originalauto übrig ist", so André Schubert. So ein Fahrzeug wiegt am Ende 1250 kg, ist 285 km/h schnell und der V-8-Motor verfügt über eine Leistung von 520 PS. Etwa 600 Arbeitsstunden stecken in einem solchen Schubert-Wagen.

Rennen dieser GT-3-Serie finden weltweit statt, das Schubert-Rennteam mit eigenen Profifahrern startet am kommenden Wochenende zum Beispiel auf dem Hockenheimring. In Oscherleben werden derzeit Autos repariert und etwa sechs bis sieben Fahrzeuge pro Jahr im Kundenauftrag neu gebaut. Aktuell wird ein Auto für einen USA-Kunden zusammengeschraubt. Aber auch Kunden aus Norwegen, Brasilien und Japan haben schon BMW-Rennwagen in Oschersleben bauen lassen.

60 Rennfahrzeuge wurden seit 2004 gebaut. Mit zukünftig mehr als 20 Rennwagen pro Jahr soll die Schubert Motorsport GmbH ihre Produktion ab Ende 2015 dann deutlich ausweiten.