San Francisco (AFP) l Statt Windows 9 kommt Windows 10: Der US-Softwarekonzern Microsoft hat am Dienstag erste Einblicke in die neue Version seines Betriebssystems gegeben und dabei eine Versionsnummer übersprungen. Der Konzern will damit symbolisch den angestrebten Fortschritt untermauern, den er mit Windows 8 verschlafen hatte.

"Das wird unser umfassendstes und bestes Betriebssystem, das Microsoft jemals für unsere Geschäftskunden entwickelt hat", schwärmte der zuständige Manager Terry Myerson bei der Präsentation von Windows 10. Es sei "der erste Schritt einer ganz neuen Generation von Windows".

Das neue Betriebssystem laufe auf "der größten Bandbreite" von Geräten, die es jemals gegeben habe, erklärte Microsoft. Windows 10 soll sich den Angaben zufolge automatisch an das Gerät anpassen, auf dem es genutzt wird, egal, ob es sich um eine Spielekonsole, einen einfachen Desktop-PC oder einen Tablet-Computer handelt. Programmierer müssen künftig nicht mehr für jeden Gerätetyp ein Programm entwickeln, sondern können dies auf einer Plattform gleich für sämtliche Typen auf einmal erledigen.

Microsoft verspricht auch mehr Datensicherheit: Windows 10 ermöglicht demnach, Daten voneinander zu trennen. Unternehmen hätten so im Falle eines Cyber-Angriffs die Möglichkeit, auf einem mobilen Gerät nur Daten zu löschen, die das Unternehmen betreffen, nicht aber zwingend die privaten Daten des Nutzers.

Zudem führt Microsoft das Startmenü wieder ein. Damit hätten die Nutzer "mit einem Klick einen schnellen Zugriff auf Funktionen und Ordner", die sie häufig nutzten, erklärte Windows. Der Startknopf war zum Ärger vieler Nutzer bei der aktuellen Version Windows 8 weggefallen.

Windows 8 war vor allem bei Unternehmen auf starke Vorbehalte gestoßen, weil es auf Geräte mit einem Touchscreen ausgerichtet war. Damit war es aber für Unternehmen, in denen weiter vorwiegend an Computern mit Tastatur und Maus gearbeitet wird, ungewohnt und wurde als schwer handhabbar empfunden. Mehr als ein Jahr nach dem Start von Windows 8 nutzten laut Marktforschern viele Firmen weiter Windows 7 oder gar Windows XP. Im kommenden Jahr soll Windows 10 die Alternative sein.