Bernburg (dpa) l Die Bauern Sachsen-Anhalts klagen über große Schäden in den Rapsbeständen. "Vor allem der Rapserdfloh und die Kleine Kohlfliege fressen an den jungen Pflanzen", sagte Christian Wolff, Dezernent bei der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in Bernburg. Grund sei, dass in diesem Jahr das Saatgut erstmals nicht mit Insektiziden behandelt wurde, weil seit Dezember 2013 ein zweijähriges Moratorium der EU gilt. Das gebeizte Saatgut habe den Raps in den vergangen Jahren gut vor den wichtigsten Schädlingen geschützt, sagte Wolff.

Derzeit würde ermittelt, wie viele Flächen betroffen sind. Zu den klassischen Rapsschädlingen seien wegen der sehr milden Witterung auch noch Blattläuse hinzugekommen. "Besonders der Raps, der nach dem 20. August gedrillt wurde, bereitet uns Probleme", sagte Wolff. Die Bauern müssten nun Insektizide gegen das Ungeziefer spritzen, was zum Teil erheblich teurer sei als das Beizen des Saatgutes.

Mit einer Anbaufläche von 176 000 Hektar ist der Raps nach dem Winterweizen die zweitwichtigste Kultur. Die Landwirte ernteten in diesem Jahr 46,4 Dezitonnen vom Hektar.