Köln/Berlin (dpa) l Gestrichene Flüge und Zugverspätungen: Aufeinanderfolgende Streiks von Lokführern und Piloten haben die Reisepläne Tausender am Donnerstag über den Haufen geworfen. Nach dem 14-stündigen Lokführerstreik bis zum frühen Morgen sorgten von Mittag an die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings mit einem Ausstand für Ausfälle. Rund 100 Flüge mussten gestrichen werden.

Die Lufthansa will, dass ihre Piloten später in den bezahlten Vorruhestand gehen - die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wehrt sich dagegen. Bei den Lokführern geht es um die Vergütung: Deren Gewerkschaft GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Zudem will die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) auch für Personal wie Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten verhandeln.

Beide Tarifkonflikte sind festgefahren. Arbeitnehmer und Arbeitgeber schieben sich gegenseitig die Schuld für die verfahrene Situation zu: Weitere Streiks sind wahrscheinlich.

Bei Germanwings waren nach Angaben der Fluglinie rund 13000 Passagiere vor allem von Inlandsverbindungen betroffen. Die Urlauberflüge aus dem Ausland - überwiegend den Mittelmeerländern - fanden dank eines Ersatzflugplanes komplett statt.

Nach Gewerkschaftsangaben standen bei der Bahn während des 14-stündigen Streiks 85 Prozent der Züge still oder kamen deutlich zu spät. Absolute Zahlen nannte die GDL nicht. Auch die Bahn bezifferte die Auswirkungen nicht bis in das letzte Detail. Sie hatte vor Streikbeginn mit stark ausgedünnten Ersatzfahrplänen für Fern- und Regionalzüge reagiert. Von den üblichen 1400 Fernzügen innerhalb von 24 Stunden fuhren am Mittwoch noch knapp 400.