Drohnen

Als Drohnen werden unbemannte Fluggeräte bezeichnet, die für diverse Zwecke genutzt werden können. Die bekannteste und auch umstrittenste Nutzung ist der militärische Einsatz von bewaffneten Drohnen. Daneben sind sie aber auch zunehmend im zivilen Einsatz - ob als Spielzeug oder als Hilfsmittel.
In den USA etwa begutachten Bauern mittels Drohnen die Ernte auf ihren Feldern, Nachrichtensender machen damit TV-Bilder. Immobilienmakler nutzen Drohnen, um Luftaufnahmen von ihren Grundstücken zu machen, Gutachter, um Schäden auf hohen Gebäuden zu inspizieren. Auch bei Sicherheitsbehörden und Katastrophenhelfern kommen sie zum Einsatz.

Der Online-Handelsriese Amazon arbeitet daran, künftig mit unbemannten Fluggeräten Pakete ausliefern zu können. Google übernahm im April einen Hersteller von Drohnen. Die Deutsche Post DHL treibt die Debatte um eine gewerblichen Nutzung mit ihrem Pilotprojekt einer Paket-Drohne voran. (dpa)

Norddeich (dpa) l Eine DHL-Paketdrohne zur Notfallversorgung einer Inselapotheke hat aus Sicht der Deutschen Post im Alltagsbetrieb gut funktioniert. Die ersten Versuchsflüge des Paketkopters vom Festland zur Insel Juist und zurück waren nach Angaben des Unternehmens erfolgreich. 20 Flüge seien seit September störungsfrei verlaufen, sagte DHL-Paketchef für Deutschland und Europa, Andrey Busch, am Dienstag im ostfriesischen Norddeich. Das unbemannte Fluggerät habe auch bei Dunkelheit, Regen und Nebel funktioniert und Medikamente transportiert.

"Dort, wo normale Flugzeuge nicht starten oder landen können, kann der Paketkopter noch fliegen", sagte Busch. Die positiven Erfahrungen seien eine solide Basis für weitere Paketdrohnen-Projekte in unwegsamen Gebieten, sagte Busch: "Wir werden das Thema weitertreiben."

Das Forschungsprojekt steht jedoch noch am Anfang. Für Angaben zur Wirtschaftlichkeit ist es noch zu früh, denn Zahlen zu den Kosten liegen noch nicht vor. Konkrete Projekte für den Regelbetrieb von DHL-Paketkoptern bei der Paketzustellung gibt es daher vorerst nicht. Das Beispiel Juist zeigt für Busch aber erste sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten: "Der Paketkopter wird bei Hindernissen wie Bergen und Wasser interessant, wenn dahinter Menschen versorgt werden müssen."

Paketkopter trägt bis zu 1,2 Kilogramm

DHL testet seit September mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) den Einsatz des Paketkopters. Die Drohne mit vier elektrisch betriebenen Rotoren fliegt die Route über das Wattenmeer automatisch ab. Je nach Wind benötigt sie für die 12 Kilometer lange Strecke zur "Seehund"-Apotheke auf der Insel rund 16 Minuten.

In Notfällen kann nach DHL-Angaben über eine mobile Bodenstation eingegriffen werden. Flugsicherung, die Nationalparkverwaltung Wattenmeer und andere Stellen haben den mehrmonatigen Feldversuch genehmigt, aus Sicherheitsgründen muss aber jeder Flug einzeln angemeldet werden.

Der DHL-Paketkopter ist ein sogenannter Quadrokopter - er fliegt mit Hilfe von vier Rotoren. Der Autopilot ermöglicht einen vollständig automatischen Flug inklusive Start und Landung auch außerhalb der Sichtweite eines menschlichen Steuerers. Der Paketkopter kann Pakete von bis zu 1,2 Kilogramm transportieren.

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