Am deutschen Aktienmarkt feierten Anleger zum Wochenausklang Aussagen der Europäischen Zentralbank, die anhaltende Rekordjagd der Wall Street sowie eine überraschende Zinssenkung in China. Mit mehr als 9700 Punkten stand der deutsche Leitindex am Freitag so hoch wie seit zwei Monaten nicht mehr.

Am Vormittag versetzte die Rede von Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, Aktionäre in Euphorie. Auf einem Bankenkongress in Frankfurt hatte der oberste Währungshüter seine Handlungsbereitschaft bekräftigt, den Kampf gegen Niedriginflation und Wachstumsschwäche auszuweiten. Weitere positive Impulse kamen aus Fernost. In China hat die Notenbank ihre Leitzinsen gesenkt und sich damit gegen die Schwäche der heimischen Konjunktur gestemmt.

In Deutschland nehmen derweil die Sorgen ab: Die Arbeitslosenquote ist hierzulande auf 6,3 Prozent gefallen, den niedrigsten Stand seit 1991. Deutsche Unternehmen stellen ein, weil die Gewinne steigen. Im dritten Quartal 2014 verdienten die Dax-Konzerne so viel wie nie. Der operative Gewinn der Dax-Konzerne mit Ausnahme von Infineon kletterte im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf den Rekordwert von 27,7 Milliarden Euro, wie aus einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Ernst Young hervorgeht. Sogar der jahrelang angeschlagene Gigant ThyssenKrupp ist zurück in den schwarzen Zahlen und kündigte erstmals seit langem eine Dividende an. Die Aktie schoss tagelang in die Höhe. Gefragt waren auch andere Dividendentitel wie beispielsweise die Aktie der Deutschen Telekom, deren Kurs wieder die Marke von 13 Euro übersprang - macht rund 20 Prozent Kursgewinn innerhalb weniger Wochen.

Mit der jüngsten Erholung der Börsen ist wieder die Rede von der oft hinaufbeschworenen Jahresendrallye. Tatsächlich läuft die Rallye längst. Viele Anleger kaufen jedoch nicht nur aus Überzeugung Aktien, sie haben schlicht keine Alternative. Wohin mit den Ersparnissen, wenn die ersten Banken sogar negative Zinsen auf Einlagen ankündigen? Dividendenpapiere mit stabilen Ausschüttungen und erheblichem Kurspotenzial bleiben hier - trotz des Risikos - einfach die beste Lösung, wenn das angesparte Kapitel auch eine Rendite abwerfen soll.