Die Untersuchung erfolgte im Auftrag des Verbraucherschutzministeriums Nordrhein-Westfalen in Putenmastbetrieben im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. November 2013.

Von den betrachteten 516 sogenannte Aufzucht- und Mastdurchgängen wurden 479 (92,8 Prozent) antibiotisch behandelt.

In etwa 86 Prozent der Durchgänge kam als Mastrasse Big 6/BUT 6 zum Einsatz. Die Therapiedichte bei der am häufigsten eingesetzte Mastrasse Big 6/BUT 6 war im Vergleich mit den Rassen Converter und Big 9 durchschnittlich um 21 Prozent höher.

Es wurden insgesamt 22 verschiedene Wirkstoffe eingesetzt: mit Abstand am häufigsten der Wirkstoff Benzylpenicillin, gefolgt von den Wirkstoffen Colistin, Amoxicillin und Enrofloxacin. Colistin und Enrofloxacin sind sogenannte "Reserveantibiotika". Sie sollten eigentlich der Humanmedizin vorbehalten sein.

Bei etwa einem Drittel der Wirkstoffeinsätze (961 von 2764) wurde ein nicht in Deutschland für Puten zugelassenes Präparat verwendet. Das ist nach dem Arzneimittelgesetz nur in Einzelfällen bei einem Therapienotstand zulässig.

(sj)