Magdeburg l Die Deutsche Bahn beschäftigte in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr 7529 Mitarbeiter. Damit ist das Verkehrsunternehmen vor der Deutschen Post (5100 Mitarbeiter) der größte Arbeitgeber im Land. Die leistungsstärksten Unternehmen kommen weiterhin aus der Industrie. 7,5 Milliarden Euro Umsatz erzielte die Total Raffinerie Mitteldeutschland mit Sitz in Leuna im vergangenen Jahr. Neben dem Mineralölverarbeiter sind es Unternehmen der Chemieindustrie, des Ernährunsgewerbes und der Metallindustrie, die in Sachsen-Anhalt die höchsten Umsätze erwirtschaften.

Das geht aus dem am Montag vorgestellten Sachsen-Anhalt-Report der Norddeutschen Landesbank (Nord LB) hervor. Darin sind die 100 größten Unternehmen des Landes nach Umsätzen und Beschäftigten aufgelistet. Für die Auflistung wurden allerdings nur Unternehmen berücksichtigt, die auch spezifische Angaben für Sachsen-Anhalt liefern konnten. Nicht jeder Konzern, der in Sachsen-Anhalt produziert, wies detaillierte Zahlen für das Bundesland aus. So stellte die Thyssen Krupp AG keine Zahlen mehr zur Verfügung. Auch die insolvente Mifa AG wurde nicht berücksichtigt.

100.000 Beschäftigte in den größten Firmen


Die Ergebnisse der Analyse liefern dennoch ein spannendes Bild: Die Zahl der Beschäftigten in den 100 größten Unternehmen des Landes wuchs mit 2,4 Prozent überdurchschnittlich stark auf fast 100.000. Etwa 26 Prozent der Arbeitnehmer waren in der verarbeitenden Industrie tätig, 17 Prozent im Dienstleistungssektor und 14 Prozent im Verkehr. Laut Analyse sind 2013 aber nur 13 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer bei den 100 größten Unternehmen des Landes tätig gewesen. "Die vielen mittelständischen Betriebe, der breite Rest ist nicht abgebildet", so Torsten Windels, Chefvolkswirt der Nord LB.

Die Umsätze der 100 größten Unternehmen gingen um 4,6 Prozent zurück. 36,9 Milliarden Euro wurden 2013 umgesetzt. Den größten Einbruch gab es beim Spitzenreiter. Die Total Raffinerie Mitteldeutschland in Leuna setzte über eine halbe Milliarde Euro weniger um als noch 2012. "Die Entwicklung des Ölpreises bestimmt unsere Umsatzkennziffern. Es gab aber keinen Rückgang bei der Produktion", erklärte Total-Sprecher Stefan Möslein.

Die meisten Unternehmen in Sachsen-Anhalt sitzen in Magdeburg (18 Firmensitze) und Halle (14). Der nächstgrößte Standort ist Leuna mit fünf Unternehmenssitzen. Für 2014 sind die Erwartungen der Unternehmen verhalten. In diesem Jahr rechnen die Firmen mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 0,6 Prozent. Auch die Beschäftigung soll leicht um 1,1 Prozent wachsen. "Die Wirtschaft befindet sich in einer Wachstumsdelle", so Torsten Windels. Trotz sinkender Umsätze gebe es aber keinen Stellenabbau. "Wenn das Wachstum wieder stärker wird, haben die Unternehmen so eine gute Startposition", erklärt der Volkswirt.

Die komplette Liste gibt es hier.