Osterweddingen l Am Sonnabend könnte es bei der Deutschen Post zu Beeinträchtigungen der Paket-Auslieferung kommen - ausgerechnet am Nikolaustag. In 31 von insgesamt 33 Paketzentren in ganz Deutschland hatte die Gewerkschaft Verdi für Freitagabend Betriebsversammlungen angesetzt: Drei Stunden lang und direkt während der Hauptbearbeitungszeit für Paket-Lieferungen.

Auch im Paketzentrum Osterweddingen bei Magdeburg legten die 50 Mitarbeiter der Spätschicht um 18 Uhr ihre Arbeit nieder. Mit den Betriebsversammlungen will die Gewerkschaft gegen die aus ihrer Sicht zu hohe Zahl von befristeten Arbeitsverträgen protestieren. "Wir wollen ein Zeichen setzen und darstellen, dass die Post eine verantwortungslose Beschäftigungspolitik macht", sagte Andreas Wiedemann von Verdi. Als Folge der Betriebsversammlungen rechnet Verdi mit massiven Beeinträchtigungen der Paketzustellung am Nikolaustag.

Die Post hatte die nahezu flächendeckenden Versammlungen scharf kritisiert. "Wir bedauern, dass Verdi zu einer Betriebsversammlung ausgerechnet am Tag vor Nikolaus aufruft. Wir halten dies für unverhältnismäßig, dies auf dem Rücken der Kunden auszutragen", sagte Post-Sprecher Markus Wohsmann.

Nach Angaben der Gewerkschaft sind von bundesweit 131000 Beschäftigten im Brief- und Paketbereich rund 24000 Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen eingestellt. Die Post sprach dagegen von 14700 befristeten Kräften und rund 9000 saisonalen Aushilfskräften. Für das Unternehmen seien Befristungen ein notwendiges Mittel für einen flexiblen Personaleinsatz, hieß es. Regelmäßig würden zudem Verträge entfristet: In diesem Jahr seien es deutschlandweit 2500 gewesen.