Bonn (dpa) l Die Deutsche Post erhöht zum Jahreswechsel das Porto für den Standardbrief von 60 auf 62 Cent. Begründet wird dies vor allem mit hohen Personalkosten und Investitionen in den Ausbau der Logistik. "Im europäischen Vergleich ist das Briefporto der Post immer noch günstig", betont ein Konzernsprecher.

Als "unverhältnismäßig, unnötig und willkürlich" brandmarkt der Bundesverband Paket und Expressdienstleistungen, Sprachrohr der Postkonkurrenten, den erneuten Preisaufschlag. Dadurch könne die Deutsche Post das Paketgeschäft quersubventionieren und verzerre so den Wettbewerb. Tatsächlich liegen bei den Konkurrenten der Post die Preise für die Briefzustellung zum Teil deutlich unter dem Porto des Marktführers.

Deutscher Post gehen die Briefschreiber aus

Der gelbe Riese, der im Briefbereich nach Angaben der Bundesnetzagentur einen Marktanteil von 90 Prozent hält, hat den Preis für den Standardbrief lange nahezu unverändert gehalten. Das Unternehmen hat bis 2012 rund 400 Millionen Euro in moderne Sortieranlagen gesteckt. Doch jetzt sind die Produktivitätsreserven nahezu ausgeschöpft.

Der eigentliche Grund für die Malaise im klassischen Briefgeschäft: Im Zeitalter von Internet, SMS, E-Mail, sozialen Netzwerken und Messengerdiensten gehen der Post die Briefeschreiber aus. So bieten denn die Bonner auch der E-Post und den Messengerdienst SimsMe an.

Knapp 7,5 Milliarden klassische Briefe hat das Unternehmen 2013 befördert, zehn Jahre zuvor waren es 9,2 Milliarden. Was die Post noch an Briefen befördert, ist zudem zu 85 bis 90 Prozent Geschäftspost. Bei den privaten Haushalten macht das Porto gerade mal 4,17 Euro pro Monat aus.